Anja Röhl

Theaterrezensionen

Die fabelhaften Millibillies – Rezension

 jw /feuilleton / 2.2.2012

 Eine letzte Bastion nicht autoritärer Erziehungsideale, von verstehender und emanzipativer Pädagogik ist das Gripstheater in Berlin.  
Von den Forderungen unserer neuzeitlichen Kontrollgesellschaft lässt es sich nicht irre machen und zeigt weiterhin, wie man sich als kleiner Mensch im Leben mit den Großen zurechtfindet, ohne dass man den Kopf einziehen muss.
 Doof geborn ist keiner
Eine [...]

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Yasou Aida in der Neuköllner Oper – Rezension

jw /feuilleton/ 31.1.2012
Die Neuköllner Oper hat sich etwas vorgenommen: Das griechische Drama auf die Bühne zu bringen. Oder vielmehr, das zeitgenössische Drama um Griechenland. Um Stücke von Aristophanes oder Sophokles geht es der Neuköllner Oper dabei weniger.
Ziel sei zum einen nämlich gewesen, den momentan gängigen Ressentiments gegen das hellenische Volk entgegenzuwirken, und zum anderen, einen [...]

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Rappaport in Steglitz – Rezension

jw-Feuilleton / 18.1.12
Das Stück „Ich bin nicht Rappaport“ von Herb Gardner im Steglitzer Schlossparktheater ist keineswegs ein rassistisches, sondern ein ausgesprochen humanistisches Stück, es wird auch nicht rassistisch interpretiert, sondern ausgesprochen sozialkritisch.
Die Helden sind zwei ältere Männer, von denen der eine eher zaghaft und anpasslerisch, der andere ein Geschichten und Lebensläufe erfindender Alt-68iger Jahre Kämpfer ist. [...]

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Dantons Tod im BE – Rezension

 9.1.12 / jw Feuilleton
Keineswegs hat Büchner DANTONs Tod gegen die Revolution geschrieben, er wollte nicht verteufeln,  sondern Tragik herausarbeiten, nicht heroisieren, sondern zu erklären versuchen.
Büchner nämlich trieb die Frage um, und die ergab sich aus seinen eigenen poltischen Bedingungen im Jahre 1835, aus welchen Gründen revolutionäre Erhebungen scheitern können und er machte sich Gedanken, wie [...]

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Thomas Brasch im BE – Rezension

5.1.11 / jw-Feuilleton

 
Als es die DDR noch gab, kämpften ihre Dissidenten in enger Verbundenheit zu den West-68ern für Frieden, Freiheit und Basisdemokratie, selbstverständlich waren sie gegen den Kapitalismus. Nach ’89 zerfiel das. Ost und West- Protestler sprachen nun oft verschiedene Sprachen
Umso interessanter ist Thomas Brasch. In der DDR war er für Sympathiebekundungen mit dem »Prager Frühling« [...]

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Lost Love Lost – Shakespaere im Ramba Zamba Theater – Rezension

jw Feuilleton / 23.12.11
Ein Spiel »mit« Shakespeare ist das neue Stück des Berliner Theaterensembles Ramba Zamba.
Eine Schauspielertruppe strandet an der Insel des verbannten Prospero, der sie auf Tod oder Leben Shakespeare spielen läßt. Den grün geschminkten Magier gibt der körperbehinderte Sven Normann, der seine dünnen Beine nicht versteckt wie allgemein üblich. Im Rollstuhl spielt [...]

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Der Prozess – Rezension

jw / Feuilleton / 5.12.11
Die Bühne, an deren Rändern die Zuschauer sitzen, ist voll mit Papier. Bei näherem Hinsehen handelt es sich um Teile von Prozessakten, abgefaßt in einem Justizchinesisch, das man nur mit Hilfe von Rechtsanwälten versteht.
Als wäre das Gebäude gerade erstürmt worden, liegen die Blätter herausgerissen auf dem Boden, sie bedecken ihn ganz. [...]

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Pünktchen und Anton – Rezension

jw / Feuilleton / 30.11.11
 
 
Das neue Kinder-Sozialdrama von Volker Ludwig geht am Ende gut aus, aber dazwischen ist es ganz schön aufregend und manchmal unheimlich – das empfohlene Alter (ab neun Jahre), das bei der Premiere am letzten Samstag angegeben wurde, ist jedenfalls unbedingt ernst zu nehmen.
Die Protagonisten, Pünktchen und Anton, sind zwölf und vierzehn. [...]

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Jeder stirbt für sich allein – Rezension

Das Gorki-Theater hat sich seit Jahren darauf spezialisiert, große Literatur aufs Theater zu bringen, im Oktober 2011 nun den neuen Fallada-Bestseller „Jeder stirbt für sich allein“ in der Langfassung
Als ich diesen Roman und den Autor und sein Werk einst in meinem Germanistikexamen bearbeitete, wurde ich von meinen Professoren ungläubig angeschaut, sie rümpften die Nasen, denn [...]

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Integrier mich, Baby – Rezension

7.11.11 / Feuilleton jw
Bernadette La Hengst ­inszeniert das Mitmachstück »Integrier mich, Baby!« am Thalia Hamburg. La Hengst, nach Selbstauskunft »Rampensau«, ist über Hamburg hinaus bekannt für ihre eigenwilligen Performances, Chansonauftritte und Theaterprojekte, in denen sie Stellung gegen Globalisierung, Kriege und Sozialraub nimmt.
In ihrem neuen Stück »Integrier mich, Baby!« läßt [...]

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