Anja Röhl

Debtocracy – Rezension

Kein Radiosender, der momentan nicht rund um die Uhr die Griechen beschimpft, gleichzeitig wird heftig Eigenlob betrieben, man wolle den Griechen  wirklich helfen, nur helfen, nichts als helfen. Aber sie können einfach nicht hören, obgleich man die Parteien ja schon “überzeugt” habe, kann das Volk, der “böse Bengel” einfach nicht hören. Wer nicht hören will, muss fühlen! [...]

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Sarrazin, die SPD und die neue Rechte – Buchrezension

jw / Feuilleton / 14.2.12 Für seinen 2010 veröffentlichten Bestseller »Deutschland schafft sich ab« ist Thilo Sarrazin nicht aus der SPD rausgeflogen. Auch wenn der Parteivorsitzende Sigmar Gabriel die Ansicht vertreten hatte, der ehemalige Berliner Finanzsenator sei nicht mehr in der Partei zu dulden. Es war das zweite Parteiordnungsverfahren, das Sarrazin überstand. Nachdem er 2009 [...]

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The Summit – Berlinale-Rezension

jw/ Feuilleton / 14.2.12 Im Ernstfall ist mit dem neuzeitlichen Imperialismus nicht zu spaßen. Der Dokfilm »The Summit« beginnt mit Bildern gepanzerter Marsmenschen, die in Kleingruppen wie im Blutrausch einzelne, am Boden liegende, Ungeschützte traktieren. Beim G-8-Gipfel vor elf Jahren in Genua wurden die Demonstranten von diesen prügelnden Horden ähnlich überrascht wie jetzt die Zuschauer. [...]

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Und dann der Regen – Rezension

Die spanische Regisseurin Iciar Bollain ist eine, deren Name man sich merken muss, ihre Filme sind von erstklassiger Qualität, ungeheurer Sensibilität und sozialpolitischer  Parteinahme für die Schwachen ganz und gar durchdrungen. Der Film „Öffne meine Augen“ von 2004 geht zB den Fragen nach, warum eine Frau mit einem Mann zusammen bleibt, der sie schlägt, warum sie ihn [...]

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Museumsnacht ohne den alten Fritz

Neulich zwängte ich mich in enge Busse und machte einer jener sagenumwobenen Museumsnächte mit, für die ich bisher immer zu müde gewesen war. Ich hatte mir dabei aber ein eigenes Ziél vorgenommen: Ich wollte herausfinden, ob es auch Museumsaktivitäten “gegen den Strom” gibt und siehe da, ich bin fündig geworden. Wenn auch nur am Rande und [...]

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Die fabelhaften Millibillies – Rezension

 jw /feuilleton / 2.2.2012  Eine letzte Bastion nicht autoritärer Erziehungsideale, von verstehender und emanzipativer Pädagogik ist das Gripstheater in Berlin.   Von den Forderungen unserer neuzeitlichen Kontrollgesellschaft lässt es sich nicht irre machen und zeigt weiterhin, wie man sich als kleiner Mensch im Leben mit den Großen zurechtfindet, ohne dass man den Kopf einziehen muss.  Doof [...]

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Yasou Aida in der Neuköllner Oper – Rezension

jw /feuilleton/ 31.1.2012 Die Neuköllner Oper hat sich etwas vorgenommen: Das griechische Drama auf die Bühne zu bringen. Oder vielmehr, das zeitgenössische Drama um Griechenland. Um Stücke von Aristophanes oder Sophokles geht es der Neuköllner Oper dabei weniger. Ziel sei zum einen nämlich gewesen, den momentan gängigen Ressentiments gegen das hellenische Volk entgegenzuwirken, und zum [...]

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Ziemlich beste Freunde – Rezension

`Ziemlich beste Freunde´ ist eine Filmkomödie der Regisseure Olivier Nakache und Eric Toledano mit Francois Cluzet und Omar Sy, die momentan in Paris Bestnoten einfährt.  Kunststück, der Film  ist ein Klassenversöhnlerfilm, denn der reiche Körperbehinderte freundet sich mit dem schroffen, schwarzen Proletarier der Pariser Banlieue an und beide lernen dabei fremde Welten kennen. Der,wie Millionen anderer Proletarier, seit Langem schon [...]

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Rappaport in Steglitz – Rezension

jw-Feuilleton / 18.1.12 Das Stück „Ich bin nicht Rappaport“ von Herb Gardner im Steglitzer Schlossparktheater ist keineswegs ein rassistisches, sondern ein ausgesprochen humanistisches Stück, es wird auch nicht rassistisch interpretiert, sondern ausgesprochen sozialkritisch. Die Helden sind zwei ältere Männer, von denen der eine eher zaghaft und anpasslerisch, der andere ein Geschichten und Lebensläufe erfindender Alt-68iger Jahre [...]

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Dantons Tod im BE – Rezension

 9.1.12 / jw Feuilleton Keineswegs hat Büchner DANTONs Tod gegen die Revolution geschrieben, er wollte nicht verteufeln,  sondern Tragik herausarbeiten, nicht heroisieren, sondern zu erklären versuchen. Büchner nämlich trieb die Frage um, und die ergab sich aus seinen eigenen poltischen Bedingungen im Jahre 1835, aus welchen Gründen revolutionäre Erhebungen scheitern können und er machte sich [...]

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