Anja Röhl

Ulrike Meinhof

Ulrike M

Ulrike Marie Meinhof

Biografien:

http://www.tectum-verlag.de/reihen/wissenschaftliche-beitrage-aus-dem-tectum-verlag/geschichtswissenschaft/ulrike-meinhof-1934-1976.html   / 2010

http://www.jutta-ditfurth.de/ulrike-meinhof/Klappentext.htm  / 2007

Originalliteratur:

http://www.wagenbach.de/autoren/autor/92-ulrike-marie-meinhof.html

Lebenslauf:

Geboren 1934, Studium der Pädagogik und Philosophie, als Kind einer Lehrerin und eines Kunsthistorikers, nach dem frühen Tod der Eltern, erzogen von Renate Riemeck, einer Professorin für Geschichte, ab 1960 Entwicklung zu einer engagierten Journalistin, Chefredakteurin und Kolumnistin beim Konkret-Magazin für Politik und  Kultur, früher Einsatz gegen die Wiederbewaffnung mit Atomwaffen, öffentlicher Einsatz für die friedliche Annäherung zur DDR und freie Wahlen in ganz Deutschland, Engagement und Aufklärung zur Situation der Heimkinder, dazu Hörfunkfeatures, sowie zahlreiche Fernsehauftritte. Errste Interviews mit sog. Fürsorgezöglingen, Aufdeckung der strukturellen gewalt, der in derartigen Heimen herrschte, darüber ein Buch, ein Film: Bambule, über den Berliner Eichenhof.  Kolumnen gegen die westdeutsche Mithilfe beim Vietnamkrieg, gegen die Nichtverurteilung und Rehabilitation von Nazi-Verbrechern, Kritikerin der Bonner Politik der Kontinuität der NS-Politik in der Bundesrepublik Deutschland, speziell der Notstandsgesetze.

Kritikerin repressiver Erziehungsmethoden. Argumente und Einsatz gegen die Verschärfung der staatlichen Repressionen gegen die Studenten. Teilnahme an der 68/69- Studentenbewegung für eine demokratischere und friedlichere Welt und gegen den Vietnamkrieg, mit 2 Millionen ziviler Opfer. Mahnerin vor der drohenden Refaschisierung der West-Republik ab 1956/58, dem Mord eines Demoteilnehmers und weiterer Verschärfung staatlicher Gewalt gegen Andersdenkende ab 1967/68, nach dem Polizistenmord an Benno Ohnesorg und dem Attentat auf Rudi Dutschke, dem monatelange Morddrohungen in den Boulevardzeitungen vorausliefen. Weitere Entwicklung zu einer immer entschiedeneren politisch engagierten Journalistin, öffentlichen Mahnerin und Anklägerin ungerechter Zustände.

Von 1970 bis 1972 Mitglied der Stadtguerillabewegung raf, deren Maxime war, dass es nicht noch einmal vorkommen dürfe, dass die Bevölkerung staatlicher Gewalt ohne Gegengewalt hilflos ausgesetzt bleibt. Die Politik der raf und des zweiten Juni hatte zu Beginn ihrer Arbeit (laut Spiegel-Umfrage unter 85 % der Bevölkerung Sympathien, allein in Berlin sympathisierten über 40.000 Menschen. In diesem Zusammenhang wurde Ulrike Meinhof zum Staatsfeind Nr. eins erklärt, auf ihren Kopf waren 10.000 DM ausgesetzt.

Im Zuge nachfolgender Eskalation und politischer Isolation, 1972, Verhaftung, dann in strengster Isolationshaft bis 1976 gehalten, in der Nacht vom 8. auf den 9.5.76, Tod durch Erhängen. Nach Meinung einer internationalen Untersuchungskommission ist der Tod durch Fremdeinwirkung schon vor dem Erhängen eingetreten.

Aktuelle Stimmen:

http://www.schattenblick.de/infopool/politik/report/prbe0237.html

Stammheim 41. Prozesstag:

https://www.youtube.com/watch?v=s_MBW_RZNMo

Literatur:

Ulrike Meinhof (Journalistin) über das Elend der Heimkinder:  Im Hörfunkfeature und im Film: Bambule („Schlimmer als im Gefängnis!“) Sie war die erste seit 1933, die sich öffentlich gegen die weiter offiziell geduldeten und konkret praktizierten Nazimethoden in der Heimerziehung wandte, ihr Film darüber: „Bambule„,  blieb ab 197o für über zwanzig Jahre verboten, sie starb 1976 im Gefängnis Stuttgart Stammheim, nachdem sie am 41. Prozesstag in Stammheim die damalige Justiz als Gesinnungsjustiz und die Umstände der Unterbringung und Behandlung der Gefangenen als Folter bezeichnet hatte.

Ulrike Meinhof: Eigene Bücher:  Wagenbachverlag

Ein Artikel von Ulrike Meinhof aus dem Jahre 1962, in dem sie über das Selberdenken und das Alter in einer zukünftigen Bundesrepublik nachdenkt:

http://www.spiegel.de/spiegel/ulrike-meinhof-lesen-sie-hier-einen-bislang-unbekannten-essay-a-1107444.html