Anja Röhl

Verschickungsheime

Verschickungen –

Das war nach 1945 der Sammelbegriff für das Verbringen von Klein- und Schulkindern, wegen gesundheitlicher Probleme in  Kinderkuren, Kindererholungsheime und -stätten in den 50/60/70er bis in die 80/90er Jahre. Die Kleinkinder wurden allein und in Sammeltransporten dorthin „verschickt“.  Nach vorläufigen Recherchen handelt es sich um mindestens 8 Millionen betroffene Kinder.  

Vorläufer waren die Kinderlandverschickungen in der Weimarer Republik und unter den Nazis. Die „Verschickungen“ werden häufig als traumatisierend erinnert.

Aktuelles:  

Es gibt eine neue Internetseite, die nur diesem Thema gewidmet ist: www.verschickungsheime.de

 

(Die folgenden Infos sowie die Kommentare bleiben noch weiter auf dieser Seite)

KONGRESS  „Verschickungskinder“

Öffentlicher Kongress zur Aufarbeitung.

EINLADUNG zum Kongress: „Das Elend der „Verschickungskinder“ in den 50/60/70/bis 80er Jahren auf den nordfriesischen Inseln und in ganz Deutschland

Wo:

Gebäude Alte Post, Stephanstraße 6, in 25980 Sylt/ OT Westerland

Wann:

Am 21./24.11.19 November 2019 (21.11. ist Anreise-, 24. ist Abreisetag)

Wir bedanken uns sehr bei der Gemeinde Westerland/Sylt! Sie hat uns einen Tagungsraum für 60 Personen kostenfrei zur Verfügung gestellt. Das Bürgermeisteramt von Sylt möchte sich an der Aufarbeitung dieses Kapitel ihrer und unserer Geschichte aktiv beteiligen !

Ziel des Kongresses ist es, eine Öffentlichkeit zu diesem verdrängten Kapitel in der Geschichte der Nachkriegs-Bundesrepublik herzustellen, einen öffentlichen Diskurs anzustoßen und bei den heutigen Kinderkurkliniken das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass das nie wieder geschehen darf, dass man so mit Kindern, die einer Institution, ohne Eltern anvertraut werden, nicht umgehen darf. 

Auf dieser Seite finden sie an die zahllose Kommentare von Verschickungskindern, die traumatische Erlebnisse schildern. Die Kommentare sind auf dieser Seite unten zu sehen und dann noch auf einer anderen Seite, nach dem Artikel: „Hände hoch oder ich bin verloren“. zugeordnet.

ACHTUNG

Mehr Infos zum Thema und Kontakt nur noch hier:      www.verschickungsheime.de

Die Kommentarfunktion findet sich jetzt nur noch unter diesem link: http://verschickungsheime.de/zeugnis-ablegen-erlebnisberichte-schreiben/

Kommentare

Es gibt 192 Kommentare für "Verschickungsheime"

  • V.W. sagt:

    Sehr geehrte Frau Röhl, ich freue mich, dass ich endlich eine Seite gefunden habe, die sich mit diesen Schrecken beschäftigt!

    Ich selbst habe durch meine gesamte biologische Familie ALLE Arten des Missbrauchs über die ersten 17 Jahre meines Lebens erfahren. Da der erste sexuelle Missbrauch mit 4 Jahren durch meinen Vater erfolgte, entwickelte ich sofort eine schwerwiegende Essstörung und wurde „zu dick“.

    Als ich 8 Jahre alt war (1994), wurde ich dann von heute auf morgen zur „Kur“ nach Wyk auf Föhr geschickt. Damals hat man mir nichts erzählt, sondern nur gesagt, ich müsse jetzt zur Kur, weil ich zu fett sei. Ich reiste mutterseelenallein auf einem Schiff mit über hundert anderen Kindern zwischen 2 und 10 Jahren. Alle weinten und waren schwer verstört.

    Das Heim selbst war ein sehr großes, kahles Gebäude, das wie ein Krankenhaus aussah.
    Da mir erst jetzt mit 32 langsam durch meine Therapie bewusst wird, was mir dort noch zusätzlich angetan wurde, kann ich mich nur an sehr wenig erinnern.

    Man musste durch einen dunklen, langen Keller gehen, bis man im Inneren des Gebäudes war. Mädchen und Jungs wurden sofort getrennt. Ich musste mit 18 fremden Mädchen in einem Zimmer schlafen und hatte keine Privatsphäre.

    Nach 18 Uhr durfte man das Zimmer nicht verlassen und nachts nicht auf die Toilette. Morgens musste man bis zur Erschöpfung Sport treiben und bekam so gut wie nichts zu essen. Magerquark und Paprika waren an der Tagesordnung.

    Ein Mal pro Woche erfolgte das große Wiegen, vor dem wir alle Angst hatten. Wir mussten uns bereits auf dem Flur vor allen anderen bis auf das Höschen ausziehen, damit der Wiegevorgang so schnell wie möglich von statten ging.

    Es wurde nicht mit uns gesprochen, und es wurde auch nicht gespielt. Gut, das kannte ich von zu Hause nicht anders, für die anderen Kinder, die normale Eltern hatten, war es aber ganz schlimm.

    Furchtbar fand ich, dass jeder ständig Zugriff auf mein bisschen Eigentum hatte, das ich mitnehmen durfte. Ständig schlugen mich die anderen Kinder und stahlen meine Sachen. Auch das kannte ich von zu Hause nicht anders.

    Das Schrecklichste war allerdings, dass wir kaum etwas zu Trinken bekommen haben, vor allem um 18 Uhr beim „Abendbrot“, das für uns „Dicke“ sehr spärlich ausfiel. Wenn man dann nicht in Sturzbächen den ekligen Tee in sich hineingekippt hatte, gab es bis zum nächsten Morgen um 9:30 nach dem Sport keinen Tropfen.

    In diesem Verschickungsheim wurden zu „dicke“ und zu „dünne“ Kinder aufbewahrt, um eben ab- oder zuzunehmen. Ich selber kann nur von uns Dicken erzählen. Die „Dünnen“, die es, nach unserem Empfinden, „besser“ hatten, wurden durch eine Trennwand im Speisesaal von uns abgeschottet.

    Vor einigen Wochen wurde mir plötzlich vieles von damals wieder bewusst. Ein Betreuer, vor dem viele von uns, vor allem Mädchen, wahnsinnige Angst hatten, hat mich dort sexuell missbraucht.

    Was uns allen passiert ist, haben viele hier schon erwähnt. Dennoch möchte ich es der Vollständigkeit halber nicht auslassen.

    Unsere Betten und Habseligkeiten wurden, wenn die Betreuer Lust hatten, durchwühlt, um zu verhindern, dass wir heimlich naschen. Es gab dort weit uns breit nichts, außer dem Strand, sodass wir uns nichts richtiges zu essen und auch nichts zu naschen kaufen konnten.
    Zu dem sexuellen Mißbrauch möchte ich keine Einzelheiten öffentlich nennen, damit niemand schwer getriggert wird.

    Generell lief das dort alles ab wie beim Militär, oder wie bei mir „zu Hause“. Ich kannte es nicht anders und war deshalb ein sehr leichtes Opfer.

    Dieses Verschickungsheim wurde 1995 oder 1996 geschlossen, weil es Kinder gab, die sich an den sexuellen Missbrauch erinnern konnten und das Glück hatten, Eltern zu haben, die sich für sie interessierten und ihnen zuhörten. Diese stellten Strafanzeige und das Heim wurde geschlossen.

    Diesen Umstand habe ich nur aus der Zeitung erfahren, als meine Mutter abfällig zu mir meinte: Ach, das ist doch das Kurheim, in dem du warst! Das wird jetzt geschlossen, weil sie dort reihenweise Kinder vergewaltigt haben.“ Ob mir da etwas passiert ist, hat niemanden interessiert.

    Leider gab es damals noch kein Internet und heutzutage findet man über diese Einrichtung keine Informationen mehr. Lediglich, dass die AOK 1998 ein bestimmtes Heim aufgekauft und renoviert habe – Das könnte es sein.

    Zumindest weiß ich, dass die AOK diese Verschickung damals bezahlt hat.

    Natürlich lagen die drei Monate, die ich dort bleiben musste (wer zu wenig abnahm, musste zur Strafe noch einen Monat länger bleiben) in der normalen Schulzeit.

    Unterricht gab es dort nicht. Wir mussten unsere Schulbücher mitnehmen und sollten in unserer Freizeit eigenständig lernen.

    Das einzig „Positive“, an das ich mich erinnere, ist, dass wir damals den ersten Ghostbusters- Film auf einem winzigen Schwarz-Weiß-Fernseher sehen durften und dazu einen Lebkuchenmann bekamen.

    Ich hasste Lebkuchen schon damals und würgte das Ding unter Tränen runter, da ich froh war, überhaupt mal etwas zu Essen zu bekommen.

    Es war im Speisesaal, dieses Mal ohne die Trennwand, und so saßen wir mit ca. 250 Kindern eng gedrängt in dem Raum und starrten wie gebannt auf den Mini- Fernseher.

    Wir wurden gezwungen, alles, was wir aßen, penibel aufzuschreiben und, bevor wir es essen durften, den Kalorienwert zu schätzen. Wer weinte, Heimweh hatte oder sonst irgendwie seinen Gefühlen freien Lauf ließ, wurde extra bestraft. Dieses Prozedere kannte ich bereits von „zu Hause“, daher war ich perfekt angepasst und weinte nur direkt nach dem sexuellen Mißbrauch, was auch wieder hart bestraft wurde.

    Ich fühle mit allen Menschen, die jemals so ein abartiges „Kinderkurheim“ von Innen sehen mussten und kann viele Geschichten hier nur bestätigen. Die schwerwiegenden Traumata, die allein durch diese Verschickung angerichtet wurden, hätten gereicht, um eine zarte Kinderseele vollends zu zerstören.

    Da ich persönlich „zu Hause“ genauso behandelt wurde, habe ich eine schwere komplexe posttraumatische Belastungsstörung, chronische Migräne, Alpträume, Sozialphobie, Burn-Out, und chronische Depressionen entwickelt.
    Es ist einfach nur grausam, was sie uns damals alles angetan haben, vor allem auch noch legal! Der Zusatzparagraph für schweren sexuellen Missbrauch wurde erst 1998 eingeführt. Alles, was davor liegt, verjährte bereits innerhalb von drei Jahren, manchmal sogar innerhalb eines Jahres.

    Diese Verschickungsheime waren einfach nur Gefängnisse für unschuldige Kinder, um die sich niemand kümmern wollte, mit denen nie jemand geredet hat und die mit härtestem NS- Drill gebrochen wurden.

    Es ist wichtig, dass wir uns wieder erinnern können und uns endlich trauen, zu sagen, was man dort mit uns gemacht hat! Nur, weil es damals niemanden interessiert hat, dürfen diese massiven Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht totgeschwiegen werden!

    Für mich ist es kaum zu ertragen, dass diese „Betreuer“ oder „Erzieher“ dort auch noch richtig gut an uns verdient haben. Dafür, dass sie nichts getan haben, außer uns zu quälen und zu foltern.

    Bitte, wenn auch Du, der oder die das hier liest, dich an deine Verschickung erinnerst, erhebe deine Stimme! Es darf nicht noch weiter bagatellisiert werden.

  • V.W. sagt:

    Ein kleiner Nachtrag zu meinem Kommentar:

    Durch die vielen hilfreichen Kommentare der anderen Leidensgenossen und Leidensgenossinnen habe ich mit Entsetzen eben erfahren, dass dieses grausame Heim, in das man mich 1994 verfrachtet hat, immer noch existiert! Es wurde wohl zwischentzeitlich (ca 1995 oder 1996) geschlossen, aufgrund der Strafanzeigen wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und dann aufgekauft und renoviert. Jetzt existiert es wieder, wenn auch in einem anderen äußerlichen Gewand.

    Es war das Hamburger Kinder / Jugend Haus, Wyk auf Föhr, Sandwall 78 in 25938 Wyk auf Föhr.

    Vielen Dank an alle anderen, die hier kommentieren, endlich komme ich dem Schlüssel all meiner schweren Erkrankungen auf die Spur!

  • Christian sagt:

    Hallo V.W.

    ich bin auf Grund deiner Schilderungen erstaunt und entsetzt.
    Ein Teil deines Leidensweges kommt mir sehr bekannt vor, aber ich war 1967 in so einer Einrichtung.
    Ich habe nicht gedacht, dass es 1994 noch immer so schlimme Zustände gab.
    Weiß jemand, wann dieser Irrsinn mit den Verschickungen endgültig eingestellt wurde?

    MfG
    Christian

  • Maren Urbisch sagt:

    Hallo Frau Roehl!
    Auch ich war zur „Verschickung“. Ich war 5 Jahre alt und obwohl meine Eltern immer fragten, ob ich gerne weg wollte und ich immer mit ja geantwortet habe, so war mir nicht im klaren, wie lange 6 Wochen sind. Der Arzt hielt mich für zu dünn. Es ging mit anderen Kinder mit dem Bus nach Hanstedt in der Nordheide. Die Einrichtung hieß Klinik Hansenbarg. Es war in der Zeit Oktober/November 1970. Es gab dort eine Frau Birkenstock. Kann mich aber nicht mehr an sie erinnern. Es waren nur Mädchen dort und liefen wohl alle ziemlich verwahrlost rum. Unsere Schürsenkel waren offen und die Laufnasen wurden auch nicht gesäubert. Wir mussten unsere Teller immer aufessen, auch wenn wir satt waren. Ich habe mich jeden Abend in den Schlaf geweint und dachte, meine Eltern seien tot. Erinnern kann ich mich noch, dass wir beim wandern das Lied „Wenn die bunten Fahnen wehen“ gesungen haben.

    Das mit dem Aufpäppeln hat ganz gut geklappt : mit 6 Jahren hatte ich schon Übergewicht ! Jetzt Adipositas, Diabetes Typ 2 und Lymph- und Lipödeme. Vielleicht durch Trauma .

    So, das ist meine Geschichte

    Mit freundlichen Grüßen

    Maren Urbisch

  • Anne d. R. sagt:

    Sehr geehrte Frau Röhl,

    als erstes möchte ich Ihnen meinen Respekt und meinen Dank aussprechen, dass Sie sich diesem Thema annehmen. Lange Zeit habe ich, wie viele andere hier, alles verdrängt und gedacht, dass das früher zu dieser Zeit einfach normal war.
    Ich war 1962 in der Zeit während der Sturmflut für 6 Wochen in St. Peter Ording. Ich war gerade 5 Jahre alt. Meine Eltern hatten damals erst Bedenken, weil ich noch so klein war, aber auch sie beruhigte man damals damit, dass ja mein älterer Bruder dabei sei. Wir sind mit dem Zug von Hamburg nach St. Peter Ording gefahren. Kaum waren wir dort angekommen, wurden wir getrennt. Ich habe meinen Bruder dort in den 6 Wochen einmal ganz weit weg gesehen. Kontakt hatten wir in dieser Zeit nie, das war auch strengstens verboten und wurde verhindert.
    Wie das Verschickungsheim hieß weiss ich nicht. Ich habe aber die gleichen Erinnerungen wie Susanne J., die am 25.02.2019 auf dieser Seite geschrieben hat. Man musste durch so eine Art Keller und dort wurden die Schuhe an- und ausgezogen. (Ich sehe mich aber auch öfters in diesem Kellerraum sitzen und meine Schuhe putzen, weil sie angeblich soo schmutzig waren). Auch an den Geruch kann ich mich erinnern. Es roch genau wie Susanne J. es beschrieben hat nach Schuhcreme, Bohnerwachs, Hagenbuttentee und Puddingsuppe.
    Ich wurde sofort einer Tante zugewiesen, Tante Gerda oder Tante Gertrud hieß sie. Sie war sehr streng und böse. Ich glaube mich auch zu erinnern, dass ein etwas älteres Mädchen die Aufgabe von der Tante hatte, mich zu kontrollieren und zu bewachen. Sie war irgendwie immer um mich herum und hat sofort alles gepetzt.
    Einmal gab es Milchsuppe mit Sagos zum Verdicken. Das besagte Mädchen saß neben mir und sagte mir, dass das „Froschaugen“ sein. Ich konnte diese Suppe dann nicht mehr essen. Dafür wurde ich bestraft und die Tante saß neben mir in diesem riesigen Speisesaal bis tief in die Nacht und zwang mich diese Suppe zu essen.
    Dann habe ich es einmal nicht zur Toilette oder auf den Topf geschafft. Auf jeden Fall habe ich meine Schlafanzughose verschmutzt. Das besagte Mädchen hat es mitbekommen und sofort an die Tante gepetzt. Ich sehe heute noch das Bild vor mir von diesem bösen, garstigen Gesicht und wie sie mich vor allen Anderen geschimpft, angeschrien und ausgelacht hat. Ich musste dann ganz allein in den riesigen Waschraum und meinen Schlafanzug auswaschen.
    Wir haben dann auch einmal einen Ausflug mit dem Bus gemacht. Ich war als Kind immer reisekrank. Ich habe demnach also furchtbar spucken müssen und meine ganze Kleidung vollgespuckt. Ich kann mich daran erinnern, dass keiner mir irgendwie geholfen hat oder mich gesäubert hat. Ich durfte bei der Ankunft zwar aussteigen, wurde dann aber sofort isoliert und alleine zurückgelassen. Ich durfte nicht mit den anderen mit. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich ganz alleine an einem Pferdezaun stand und ein Pferd, das zu dieser Zeit riesengroß für mich war, versucht hat, mir meinen vollgespukten Mantel vom Leib zu reißen. Ich hatte wahnsinnige Angst.
    Ich durfte auch einmal eine Karte an meine Eltern schreiben bzw. schreiben lassen. Was ich darauf schreiben wollte, hat den Tanten nicht gefallen und die Karte wurde sofort zerissen. Ich glaube, ich wurde dafür auch irgendwie bestraft.
    Ob ich jemals geschlagen oder eingesperrt wurde, daran kann ich mich nicht mehr dran erinnern.
    Fraglich ist nur, warum ich bei der Ankunft in Hamburg alle Menschen, die sich mir nur genähert haben, an mir vorbeigegangen sind oder mich nur angeguckt haben, furchtbar angespuckt habe, als musse ich mich gegen den Rest der Welt wehren.
    Auch habe ich bis heute Platzangst und kann mich nicht in ganz dunklen Räumen oder Räume ohne Fenster aufhalten.

    Für alle, die diese Seiten hier lesen und nicht Opfer, sondern Täter oder Mittäter waren, so wie die Tanten, Hilfskräfte und alle, die da mitgemacht haben, auch die ernannten Petzen. Schämt Euch, was habt Ihr mit uns gemacht? Wir waren kleine, hilflose Kinder .

  • anja sagt:

    Liebe Sabine, das kann durchaus sein, ich bin dabei alles systematisch aufzulisten, wir werden das herausbekommen! Noch etwas Geduld! Anja

  • anja sagt:

    Es erschreckt mich, Ihre Jahreszahl zu sehen, 1994! Erst dachte ich, ich hätte mich verlesen, und Sie meinten 1964, aber dann lese ich, dass Sie heute 32 Jahre alt sind, also können wir nicht, wie ich dachte, davon ausgehen, dass die Kinderkurkliniken, sich wie die Fürsorgeheime, nach 1975 doch allmählich verändert haben. Nun ja, bei den Fürsorgeheimen gab es Aufstände, Selbstmordserien, Bambule, Skandale, die an die Öffentlichkeit kamen, so dass die Institutionen sich umbauen mussten, was gab es hier? In sechs Wochen Kinderkur-Aufenthalten entsteht unter den Kindern keine Gegenwehr, kein Aufstand, keine Bambule. Kleinkinder und Schulkinder reagieren nur mit Bauchweh, Erbrechen…und sind ja dann auch schon wieder weg. Danke für die sehr wichtige Erkenntnis! Aber immerhin wurde es dann ja 1998 geschlossen. Und sexueller Missbrauch war auch dabei, da wurde man zum Milleniumzeitpunkt wohl schon etwas sensibler, wir hätten, wie einer der früher Verschickten schreibt, gar nicht gewusst, wir wir das benennen sollten, es gab noch kein Wort dafür…

  • anja sagt:

    Hallo lieber Christian, es gibt sie immer noch, solche „Kinderkurheime“, aber heute werden Kinder bis zum 12. Lebensjahr i.d.R. nicht mehr allein verschickt, erst ab 12. Lebensjahr nimmt man sie ohne ihre Eltern auf, und „Sammeltransporte“ gibt es auch nicht mehr, die Eltern kommen im eigenen Auto und bringen die Kinder. Kinderkurkliniken von heute haben Webseiten, auf denen alles wunderschön aussieht, mit vielen positiven Bewertungen. Erst wenn eine Öffentlichkeit darüber hergestellt wird, kann man das ganze Ausmaß überhaupt erfassen. Dann melden sich so viele Augenzeugen, dass man genaueres über die Wandlungen der Pädagogik in diesen vielen Jahrzehnten bis heute sagen kann. Es betraf zb allein zwischen 1963 und 1973 wahrscheinlich an die 4 Millionen Kinder. (Die Zahlen können belegt werden. Ich arbeite daran!)

  • Susanne Denkmann sagt:

    Endlich spricht mal jemand darüber. Mir hat das ja keiner geglaubt. Das waren Hirngespinste eines Kindes – alles Einbildung. Das erste Mal auf Kinderverschickung war ich 1965 auf Langeoog, da war ich 7 Jahre alt. 4 Wochen vom,17.4 bis 18.5 so lautet der Eintrag im Fotoalbum und die eingeklebte Postkarte, die ich meinen Eltern geschickt habe. Ich erinnere mich an kilometerlange Spaziergänge an der “ guten frischen Luft “ – ich vertrage bis heute keinen Wind – und an das schreckliche Essen. Am meisten hasste ich den Fisch, der in einer roten Soße daher kam. Erst wenn wir diesen grässlichen Fisch gegessen hatten, bekamen wir auch Nachtisch – allerdings aus dem selben Teller in dem der Fisch vorher war. Ein Jahr später wurde ich nach Norderney verschickt – auch wieder für 4 Wochen aus denen dann allerdings 7 Wochen wurden, da ich am letzten Abend vor der eigentlichen Abreise ärztlich untersucht wurde und Windpocken festgestellt wurden. Ich kam zusammen mit einem anderen Mädchen in Quarantäne , auf eine Krankenstation mit vergitterten Fenstern und verschlossener Türe. Das war eine ganz schlimme Zeit- es hat sich niemand um uns gekümmert. Wir lagen einfach nur so in den Zimmern – ohne Spielzeug, ohne Zuwendung, ohne Kontakt zu anderen. Ich erinnere mich an die Wolken , die ich durch die vergitterten Fenster sah. Die verschiedenen Wolkenformen und wie schnell sie vorbei zogen, das war meine Unterhaltung. Bis heute weigere ich mich an die Nordsee zu fahren – diese Inseln sehen mich nicht wieder. All die rüden Erziehungsmethoden und Strafen kann ich nur bestätigen. Ich habe vieles verdrängt, kann mich aber gut an Züchtigungen und Strafen erinnern.

  • Christian sagt:

    Hallo Anja,

    dann wollen wir mal hoffen, dass es heute zumindest eine medizinische Notwendigkeit für den Aufenthalt in einer Kinderkurklinik gibt.
    Bei mir und vielen anderen Kindern war es in den 60ern nicht so.
    Damals kam bei mir die Verschickung nicht wegen einer Indikation durch unseren Hausarzt zustande. Zu der Zeit erschien jedes Jahr in unserer Schule ein Arzt (woher er kam und wer ihn beauftragt hat, weiß ich nicht mehr). Der hat dann alle Kinder „untersucht“, immer ca. 30 % der Kinder aussortiert und deren Eltern die Verschickung dringend angeraten. Dies waren ganz normal entwickelte Kinder. Während meines Aufenthaltes im Verschickungsheim habe ich dort auch keine kränklichen Kinder gesehen. Ich kann mir heute immer noch nicht den Hintergrund dieses Handelns erklären. Wahrscheinlich hat dort jemand oder irgendeine Institution gut dran verdient.
    Danach fing einige Monate später das Elend mit dem Sammeltransport und Pappkarten um den Hals an. Was dann geschah, ist hier ja schon beschrieben worden. War bei mir nicht anders. Ich kann mich noch gut an viele Details meines Aufenthaltes erinnern.
    Ich könnte hier noch viel schreiben, ob ich es noch mache, weiß ich noch nicht.
    Es geht es mir schlecht, wenn ich mich an die damalige Zeit erinnern muss.

    Viele Grüße
    Christian

  • anja sagt:

    Ich verstehe dich genau, es ist auch für mich oft sehr schwer,die ganzen Berichte zu lesen. Oft verfolgen mich die Geschichten in meinem Träumen. Was mich aufrichtet, ist, dass wir so eine Öffentlichkeit herstellen, dabei will ich mithelfen, den Kindern von damals eine Stimme geben. Damit die Kinder von heute, wenn Sie irgendwo noch ebenso leiden müssten, dafür Worte und Leidensgenossen finden können, die ein Vorbild sein könnten,dafür, Dass man sich wehren darf. Die sie verstehen und an die sie sich wenden könnten. Da der jüngste Bericht hier von 1994 ist, könnte man auch überlegen, ob man nicht darauf dringen soll, eine unabhängige Beschwerdestelle auch für heutige Alleinreisende Kinder in Kurheime anzubieten, aber diese Beschwerdestelle sollte dann von uns besetzt werden. Ich sehe es wie du und vermute auch, dass damals den Schul- und Kinderärzten für jedes Kind, dass sie zur Verschickung anmeldeten, eine Geldprämie ausgezahlt wurde. Das werden wir noch erforschen. Da wird sich vielleicht plötzlich eine Sprechstundenhilfe erinnern. Wir müssen uns beeilen, damit nicht alle der damals Erwachsenen schon tot sind.
    Grüße
    Anja

  • Christiane L. sagt:

    Hallo Andrea Röhl,
    ich habe im Mai hier einen Kommentar zum Nonnenhaus in St. Peter Ording abgegeben, aber er erscheint hier nicht . Wie kommt‘s?
    Freundliche Grüße
    Christiane L. Aus Hannover

  • Monika sagt:

    Ich war im März 1962 in Westherbede bei Bochum, weil ich nicht essen wollte und zu dünn war. In dem Heim habe ich auch auf den Teller erbrochen und musste das dann essen. Es gab dann Schläge durch die Nonne.
    Wieder zuhause, habe ich nichts erzählt weil ich Angst vor weiterer Bestrafung hatte weil ich den Erfolg der Kur nicht brachte. Ich war fünf.

    Wer kennt noch Westherbede? Finde im Netz nichts mehr.

  • anja sagt:

    Ihr Kommentar ist da, am 15.5. geschrieben unter dem Text: „Hände hoch und dann bin ich verloren“
    Grüße
    Anja

  • Michael sagt:

    Ende der 60er war ich auf Borkum, ich glaube im Haus Concordia.
    Die beschriebenen Demütigungen waren an der Tagesordnung. 6 Wochen lang würde ich nicht mit meinem Namen, sondern als „27“ angesprochen, jeder hatte eine Nummer bekommen. In Erinnerung sind mir noch Wanderungen durch die Dünen, unabhängig von den Temperaturen musste jeder eine blauweiße Strickmütze tragen. Es wurde mit Angst gearbeitet. In den Dünen abseits der Wege würden Tretminen aus dem Krieg liegen, Fehltritte seien tödlich. Gebadet haben wir in den 6 Wochen ein Mal, und das bei schlechtem Wetter. Der Stuhlgang wurde auf ausreichende Menge kontrolliert, ggfs. würde man bestraft, gerne mit tagsüber im Bett liegen. Nachts war die Strafe – für was auch immer- nackt oder nur mit Unterhose bekleidet im Treppenaufgang zu stehen. Schikanen rund ums Essen usw.
    Das schlimmste für mich war, dass ich mich nicht wirklich gewehrt habe. Man hat uns gesagt, wenn wir uns nicht fügen würden, kämen wir später oder im schlimmsten Fall nie mehr nach Hause. Ohne diese Drohung hätte ich mich niemals derart schikanieren lassen. Selbst zu Hause erzählte ich zunächst nichts. Mir war gedroht worden, man könne mich auch wieder zurückholen. Erst nach langem und guten zureden durch meinen Vater und dessen Versprechen, mich zu schützen, berichtete ich nach und nach über die Vorgänge.
    Insgesamt handelte es sich um ein zutiefst sadistisches und willkürliches System.

  • Nicola Stöhr sagt:

    Ich wurde 1975 nach Bad Salzuflen geschickt. 6 Wochen lang. Während dieser Zeit habe uch meinen 6. Geburtstag gefeiert. Meine Erinnerungen sind bruchstückhaft aber die Erinnerungen, die ich habe, sind alle negativ und wecken eine grosse Traurigkeit in mir. Ich wurde meinen Eltern auf dem Bahnsteig von einer fremden Frau entrissen und in ein Abteil mit anderen Kindern gesteckt. Meine Eltern wusste noch nicht einmal, ob ich im richtigen Zug sass, so schnell ging das. Dann erinnere ich mich, dass ich mit vielen anderen Kindern in einem grossen Schlafsaal mit Gitterbetten schlafen musste, u.a. wurde man gezwungen Mittagsschlaf zu machen, auch wenn man nicht müde war. Meinen Eltern haben anfangs jeden Tag angerufen, ich glaube am vierten Tag wurde ihnen von dem grässlichen, alten und völlig unempathischen Arzt des Hauses mitgeteilt, dass sie dies gefälligst zu lassen hätten. Das würde mich nur verwirren. Ich war 5! Es ging mir sehr schlecht. Ich hatte Heimweh ohne Ende und hatte Angst. Die Schwestern und überhaupt alle Angestellten in diesem Heim waren völlig kalt und emotionslos. Die sozialen Fähigkeiten und vor allen die pädagogischen Fähigkeiten aller Schwestern und Pfleger waren quasi nicht vorhanden. Wir wurden gezwungen morgens Lebertran zu uns zu nehmen. Dabei habe ich mich fast jedes Mal übergeben. Mein 6. Geburtstag kam und ging sang-und klanglos. Ich wusste ja nur, dass ich Geburtstag hatte, weil meine Eltern mir eine Karte geschickt hatten, die auch tatsächlich ankam. Ansonsten kann ich mich noch erinnern, dass ich einmal als Bestrafung mehrere Stunden ganz alleine auf einem Stuhl in einem Zimmer sitzen musste. Was bitte schön kann den ein 5/6 jähriges Kind angestellt haben, um so eine Bestrafung zu verdienen? Wie gesagt, ich habe noch andere Erinnerungen, aber bruchstückhaft. Was mich beunruhigt, sind die negativen, fast schon depressive Gefühle, die diese Erinnerungen in mir erwecken. Ich wäre an einer Teilnahme an dem Seminar intressiert.

  • Nicola Stöhr sagt:

    Komisch, jetzt wo ich diese Erinnerungen zulasse und nicht wie sons sofort blockiere, tauchen immer neuere Erinnerungen auf. Meine Eltern hatten mir zum Geburtstag nicht nur eine Karte, sondern auch ein Paket geschickt. Das Paket durfte ich öffnen, aber dann wurde es mir abgenommen, mit dem Inhalt natürlich. Der Inhalt wurde nicht, wie andere hier beschreiben, verteilt an andere Kinder; es verschwand einfach. Überhaupt wurde mir bei der Ankunft alles, was meine Eltern mir mitgegeben hatten, abgenommen. Bis auf ein Kuscheltier. Mein Lieblingskuscheltier, das ich immer bei mir hatte. Nach 3 Wochen habe ich diesem heissgeliebten Kuscheltier den Bauch aufgeschlitzt. Womit, weiss ich gar nicht mehr. Zu Hause habe ich dann erzählt, dass es ein anderes Kind gewesen war, aber das war eine Lüge. Warum habe ich das gemacht? Will ich die Antwort darauf überhaupt wissen? Tatsächlich ist aus mir aber kein Serientäter geworden, im Gegenteil, ich arbeite für das Rote Kreuz. Die Berichte hier über das Essen und die Strafen, wenn man den Teller nicht aufaß, kann ich bestätigen. Den ausgebrochenen Lebertran musste ich auch immer wieder zu mir nehmen. Auch an die Schlangen vor dem Arztzimmer in Unterwäsche kann ich mich jetzt erinnern.

  • Hallo Sabine,liebe Schönau-Kinder

    es gab verschiedene Heime ,einige bestehen noch …Kinderkurhaus carola am Eliesenweiher wurde 1996 abgerissen.Es war auch ein Haus der Bek und laut Briefe meiner mom sollen wir dort Ponyreiten können…?Ich kann mich nicht erinnern,denke wegen meiner Essensverweigerung durfte Ich eh nicht.Ein Haus ist jetzt eine Abnehmklinik für Übergewichtige Jugendliche Haus Schönsicht.Ein anderes eine Jugendherberge in Schönau…glaube Haus Buchenhaus.
    LG Vera

  • Bernd Raebel sagt:

    Hallo an alle „Schönau-Kinder“

    ich war ebenfalls ein Verschickungskind, das sämtliche in diesem Forum geschilderten Erlebnisse – und noch einige mehr – bestätigen kann. Die dort gemachten Erfahrungen wirken bis heute massiv in mein Leben. Seit einer schweren Erkrankung vor 3 Jahren geschieht dies mehr denn je. ich probiere mehrere psychotherapeutische Ansätze aus, um diese zu verarbeiten. Mit sehr unterschiedlichem Erfolg. Vielleicht hilft ja auch ein Austausch mit anderen Betroffenen.

    Warum ich meinen Beitrag mit „Schönau-Kinder“ adressieren kann: Vor ein paar
    Wochen habe ich ein Foto gefunden, auf dem neben den Namen der Abgebildeten auch „1.4.1966 Kinderheim Elisabeth – Berchtesgaden-Schönau“ zu lesen ist.
    Vielleicht hilft das ja anderen bei der Suche nach „ihrem“ Aufenthaltsort weiter. Für weitergehende Hinweise bin ich auch dankbar. Vielen Dank und herzliche Grüße Bernd

  • Angela V. sagt:

    Hallo V. W.,
    der Bericht hat mich sehr erschüttert. Vor allem aber auch an die verschiedenen Mißbrauchsaktionen während meiner Kindheit zu Hause und in den sehr vielen Heimaufenthalten erinnert. Ich war im Alter von 2 Jahren bis 3 1/4 das erste Mal in Stieg. Davon habe ich noch viele Alpträume und Angststörungen. Meine Diagnosen sind ähnlich. Auch hat man mich so geprügelt in den Heimen, dass fast meine kompletten Bandscheiben kaputt sind und ich nur unter großen Schmerzen und Morphium zurecht komme. Seit meinem 30. Lebensjahr bin ich 7 cm kleiner geworden. Wir durften nie mit anderen Kindern spielen und wurden wie Roboter programmiert. Solidarisieren war verboten und wurde strikt unterbunden. Daher habe ich auch eine Sozialphobie und zwar ziemlich schlimm. Ich bin einsam. Ich wurde vergewaltigt, mißbraucht und gefoltert. Dazu kann ich mich nicht äußern. Ich möchte Niemanden retraumatisieren. Wenn ich nach Hause kam, habe ich wieder ins Bett genässt und Niemanden hat interessiert warum und das Ganze ging weiter als absolutes Trauma. Meine Mutter wusste wohl Einiges, das passiert ist und hat mich deswegen noch mehr leiden lassen und geprügelt. Rückhalt hatte ich nie. Und meistens habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass mir Niemand glaubt. Das ist das Allerschlimmste an der ganzen Sache. Nicht mal die enge Familie nun. Ich bin immer noch verzweifelt wegen der grausamen Alpträume, Ängste und Panikattacken.Therapie habe ich zu spät begonnen und Schwierigkeiten, sie bei der Krankenkasse fortzuführen mit Genehmigung. Je mehr ich hier lese, umso mehr ist mir auch bekannt, denn das Ganze zu formulieren macht mir viele Probleme.
    Es war ein menschenunwürdiges Leben in den Heimen. Ich schätze, dass ich über 4 Jahre weg war nach den Berichten, die ich noch habe. Ich hatte nie eine Kindheit, durfte nie Kind sein und bin wie in der Armee gedrilt worden. Befehle auszuführen wurde mir schon als Kleinkind beigebracht. Das hat mein ganzes Leben geprägt

  • Bruno Toussaint sagt:

    die Geschichte mit dem Seehospiz Norderney ist lang. Die Folgen – speziell beim letzten 3-Monatsaufenthalt im Jahr 1964 / 65 mit Missbrauch – sind bis heute noch hartnäckig spürbar und werden therapeutisch aufgearbeitet. Es gibt ein spezielles Forum für die Heimkinder des Seehospiz Norderney, hier der Link zum Nachlesen: https://350928.forumromanum.com/member/forum/entry_ubb.user_350928.1430499898.1132300615.1132300615.1.missbrauch_sexuellen_sinne_war_tatsaechlich-ehemalige_kurkinder_des.html?onsearch=1

    Mich persönlich interessieren ähnliche Vorkommnisse / Erlebnisse zur gleichen Zeit im Winter bis Frühjahr 19964 / 1965 im Seehospiz Norderney – bei mir Haus 6. Bitte konkret beschreiben, nicht interpretieren, etwa Schwestern mit „schwarzer Pädagogik“.

    Interessant wären z. b. Tagesabläufe zu beschreiben: etwa die Massenabfertigungen bei dem Gang zur Toilette mit offenen ? Türen, Abspritzen mit kaltem Wasser aus Schlauch in riesiger Badewanne ?, barfuß auf kaltem Steinestrich davor, was war mit „eiserner Lunge“ massenweise Abpudern / Desinfinzieren gegen vermeintlichen Hautausschlag ?. und vieles mehr. All dies war auch heftig mit Angst besetzt, weil oft Druck gemacht wurde oder gedroht wurde. Manchmal ging es auch gut und es wurde nicht geweint.

    Ähnlich war es mit Essen und Mahlzeiten einnehmen an ellenlangen Tischen – mit wie viel Personen am Tisch ? Ich kann mich noch an ein sehr stringendes Essregiment erinnern, manches steckte ich mir auch in die Tasche, manches hustete ich in den Teller zurück – aber noch zu viele Bruchstücke der Erinnerung. Insgesamt eine tödliche Mischung aus tatsächlicher Fürsorge der noch jüngeren Teilzeitkräfte (darunter eine Cousine von mir (Ursula geb. Steinfeld) und den sehr unbeherrschten alten Schwestern, die eine wahnsinnige Kälte ausstrahlten.

  • Regina D. sagt:

    Guten Tag Frau Roehl,
    ich wurde im Alter von 6 Jahren nach Oberbayern zur Kur geschickt und habe nur schlechte Erinnerungen daran. Bevor der Tag der Verschickung kam, hatte ich schon große Angst vor der Fahrt. 6 Wochen in eine unbekannte Gegend ohne mir bekannte oder verwandte Personen war für mich grauenvoll. Ich erinnere mich an durchweinte Nächte, vor lauter Heimweh konnte ich nicht schlafen und zur Strafe musste ich mich in eine Ecke stellen des Großschlafraumes stellen. Meinte Schlafanzugjacke musste ich ausziehen und sie wurde mir von einer Nonne über den Kopf gelegt. So musste ich mehrere Stunden frierend verharren und wurde dann später in der Nacht von einer weltlichen Erzieherin erlöst. Ich war dort in Kur, weil ich nicht das erforderliche Gewicht für die Einschulung hatte…Es hat übrigens „gewirkt“ mein Leben lang kämpfe ich mit Übergewicht und habe auch psychische Erkrankungen. Einmal hatte ich Bauchschmerzen, weil ich so viel essen musste. Eine Nonne meinte, sie würde dann wohl mal meinen Bauch aufschneiden müssen, um nachzuschauen was denn los sei. Es gibt viel zu erzählen und ich bin froh zu erfahren, dass es jemand wie Sie gibt die sich des Themas angenommen hat. Vielen Dank und freundliche Grüße

  • Kirsten sagt:

    Hallo Frau Röhl,
    ich war im Frühjahr 1971 in Wyk. Ich weiß es nur weil im Februar meine Schwester starb und als ich wieder nach Hause kam der Flieder blühte und ich mich wahnsinnig darüber gefreut habe.
    Es muss das Schloss am Meer gewesen sein, da meine Eltern bei der Barmer versichert waren. Ich erinnere mich nur in wenigen Bildern an den Aufenthalt. Das meiste liegt im Dunkeln. Meine Therapeutin meinte mal das Vergessen und Ausblenden ist eine Funktion die das Überleben der kindlichen Seele sichert. Ich weiß das ich da war, es ist aber als wäre es nicht ich gewesen sondern eine andere Person die ich beobachtet habe.
    An das wenige an das ich mich erinnern kann,… ich wurde mit einem Pappschild um den Hals in Bielefeld in einen Zug gesteckt und war stolz darauf so „erwachsen“ zu sein so ein Abenteuer allein anzutreten. Hat aber nicht lange angehalten. Irgendwann waren wir alle still im Zug.
    Ich erinnere mich weder an die Überfahrt mit der Fähre noch an die Ankunft. Meine nächste Erinnerung ist der Speisesaal mit widerlichem roten Tee den ich nicht herunter bekam und wohl so etwas wie Grießbrei den ich nicht essen wollte. Ich musste so lang im Speisesaal sitzen bleiben bis ich dieses Zeug gegessen habe. Das war gefühlt sehr lang. Irgendwann habe ich es wohl runter gewürgt und durfte gehen. Ich habe dann auf die Treppe gekotzt und bin verdammt schnell weg gerannt.
    Die nächste Erinnerung ist wie ich in einem Mansardenzimmer im Bett lag und ganz dringend zur Toilette musste. Es wurde geflüstert das die Tanten schrecklich böse werden wenn man nachts aufsteht und zur Toilette gehen will. Und ich habe, so glaube ich, auf das rote Licht gewartet um aufstehen zu dürfen. Ich habe letztlich in Bett gemacht. Jemand hat geschrieben das dass Bettlaken, damit man sich schämt, übers Bett gehängt wurde. Ich meine mich zu erinnern das ich so ein Bettlaken über meinem Bett habe im Wind leicht flattern sehen. Ich fand es tröstlich weil es von der Einsamkeit ein wenig abgelenkt hat.
    Nach dem Mittagessen mussten wir in einer Art Wintergarten Mittagschlaf halten. Ich glaube, geschlafen hat niemand. Wir durften uns nicht bewegen und schon gar nicht reden. Wer geredet hat musste für den Rest der Zeit in der Ecke stehen. Ich war auch dabei. Man musste sich vorm hinlegen überlegen in welcher Position man liegen wollte um keinen Ärger zu bekommen weil man zu unruhig war. Die Decken waren aus grauer Wolle und haben fürchterlich gekratzt. Ich habe aus Langeweile und um die, gefühlt, lange Zeit zu überstehen, die Wolle aus der Decke gezupft und Kugeln daraus gedreht.
    Am Strand, so erinnere ich mich, habe ich an einer Mauer gesessen und den Sand durch meine Finger rieseln lassen. Ich kann mich nicht erinnern mit anderen Kindern gespielt zu haben. Ich kann mich auch an keine Namen erinnern.
    Wir müssen uns ja irgendwo gewaschen haben. Es gibt da nur das dumpfe Gefühl von verwinkelten, weiß gekachelten Wänden, kaltem, eiligen Waschen und Zähne putzen.
    Ich wüsste nicht das ich zuhause über das Erlebte geredet habe. Viele Jahre später habe ich versucht meine Mutter zu befragen. Sie konnte sich angeblich nicht an irgendetwas Negatives erinnern.
    Ich kann mich nicht erinnern geschlagen worden oder körperlich misshandelt worden zu sein, aber ich konnte bis in Erwachsenenalter keine körperliche Nähe ertragen. Die Ursache kenne ich bis heute nicht.
    Es gibt ein Gruppenfoto von den anderen Kindern und mir. Ich schaue ob man es hochladen kann. Vielleicht gibt es jemand der zur gleichen Zeit da war.
    Kirsten

  • Hallo Anja,
    Ich hätte interesse am Sammelbrief zum Datenaustausch an auch vielleicht Ehemaligen aus den Kinderkurheimen in Schönau ?
    Liebe Grüße
    Vera Frankenberger

  • Marion Wege-Rahmen sagt:

    Liebe Anja,
    letztes Jahr habe ich etwas über ein Kinderpostheim in Manderscheid in den 60er Jahren geschrieben. Du hattest auch darauf geantwortet. Habe mich aber nicht weiter damit befasst.
    Es wäre.super, wenn ich.wüsste, ob auch andere Kinder dort waren und schlechte Erinnerungen mit sich zragen ? Ich fühle mich da so ziemlich alleine, weil die Postverschickung nicht erwähnt wurde.
    Ein Sammelbrief wäre.super.
    Herzliche Grüße
    Marion Wege-Rahmen

  • Schmitt Brigitta sagt:

    Hallo mein Name ist Biggi, ich bin auch 1961 oder 1962 zur Kinderverschickung in Glatten im Schwarzwald. Meine Erinnerung sind sehr positiv. Bis auf das Essen, wir sind gezwungen worden alles zu essen. Davon bin ich krank geworden, hatte Nesselfieber sollte nach Hause fahren weil meine Zeit um wahr. Aber ich musste dableiben . Im ganzen war ich dann sechs Wochen da. Mich hat dann eine Köchin mitgenommen die auch in Aachen wohnte. In dem Kinderheim hat dann ein Mädchen auf mich dann aufgepasst sie war auch aus Aachen. Später hatten wir auch noch Kontakt gehabt , was sehr positiv für mich war.

  • Arno sagt:

    Kinderland (2) Skylab ..

    Sankt Peter Ording
    November 1973

    Die Nacht
    war Sternenbeglückt
    die Wellen rollten
    gemächlich an den Strand
    während eine frische
    Brise von der See aufkam
    dann schob sich ein
    heller Lichtpunkt über den
    Horizont
    Skylab, das Himmelslabor
    das im erdnahen
    Orbit mit einem
    Astronautenteam seine
    Runden um die Erde
    drehte nach den
    Mondlandungen der
    letzten Jahre war Skylab
    eine technische Fortführung
    zur Erkundung
    des Weltraumes in dieser
    Nacht standen wir zu viert
    am Strand Doris, Frank,der
    Kurarzt – ein begeisterter
    Sport Pilot – und ich
    und staunten in den Himmel
    etwas an meiner
    Haltung störte den Kurarzt
    er wollte mich am nächsten
    Tag in seiner Praxis sehen

    Wunder der Technik
    das zukünftige .. was auch
    immer das sein mochte
    warf seine Netze aus
    ..die Gegenwart sollte
    für anhaltenden Stillstand
    sorgen

    am Tag danach stand ich
    dem Kurarzt gegenüber
    seine Diagnose ich hätte
    die Scheuermannsche
    Erkrankung sagte mir
    nichts weil ich keine
    Beschwerden hatte
    im Dezember ging es
    zurück nach Hause
    dieser Kinderkuraufenthalt
    war der Letzte in einer
    langen Reihe die ich
    überwiegend an der
    Nordseeküste in jedem
    Jahr zu jeder Jahreszeit
    verbringen musste
    dieser Aufenthalt verlief
    gänzlich anders als alle
    anderen vorher
    Zweibett Zimmer, Sport,
    einmal die Woche zum
    Arzt konnten wir unsere
    Zeit eher selbst frei
    gestalten ohne Zwänge
    welchen Sinn dieser
    letzte Kuraufenthalt
    haben sollte erschloss
    sich mir damals nicht

    im Januar bekam ich
    beim Orthopäden
    ein Stützkorsett
    zwei Monate darauf
    hatte ich mit 15 Jahren
    einen Schwerbehinderten-
    ausweis über 50 %
    der zeitlich unbefristet war

    meine Zukunft war in der
    Gegenwart stehen geblieben
    erst zehn Jahre später
    kompensierte ich das alles
    mit meinem ersten Diplom
    und dem anschließenden
    Studium sowie einigen
    Gutachten die diesen
    Ausweis und den damit
    verbundenen Status
    eliminierten

    die Zusammenarbeit
    zwischen den Kurbetrieben
    und den regionalen
    Gesundheitsämtern
    funktionierte reibungslos

    unter der damaligen
    Regierung Brandt
    war das Füllhorn an
    Wohltaten gut gefüllt
    so das es Steuer –
    erleichterungen auf
    diesen Ausweis für
    die Eltern gab

    eine andere Lösung
    gab es für besorgte Mütter
    die glaubten das ihre Töchter
    später nicht wirklich
    gerade aufgerichtet gehen
    würden , sie wurden
    über Nacht in ein
    angepasstes „Gipsbett“
    gelegt

    Für die Betroffenen hatte das
    später eine Fülle an
    unangenehmen Folgen
    die damaligen
    „Entscheider“ verschwendeten
    daran keinen Gedanken.

    Arno G. 22.07.2019

  • anonym sagt:

    Mein Vater hat sich das Leben auf eine furchtbare Weise genommen. Das war für mich schon ein schreckliches Erlebnis. Ich war damals gerade 7 Jahre alt.
    Damit aber nicht genug! Wer auch immer es damals für richtig befunden haben, mich dann im Alter von 7 Jahren als Verschickungskind nach Mittenwald (Oberbayern) zu schicken, der oder diejenigen Menschen haben mir meine Kindheit genommen!!

    Ich, sowie zwei meiner Brüder, wurden an einem Tag im Oktober 1980 auf die Reise nach Mittenwald geschickt. Wir wurden in einen Zug gesetzt. Laut meinen Brüdern, waren wir in Begleitung einer Dame. Da ich unter Reisekrankheit leide, hatte man mich mit Reisekaugummis und Reisetabletten vollgestopft. Wir waren stundenlang unterwegs.

    In Bayern angekommen, wurden wir von dort aus mit einem Mehrsitzer abgeholt und zum Kinderheim gebracht.

    Wir wurden dort sofort getrennt. Meine Unterkunft war etwas höher gelegen, als dort wo meine Geschwister untergebracht waren. Sie wurden übrigens auch auf getrennten Zimmern verteilt.
    Mein Zimmer befand sich auf der linken Seite am Ende eines Flures. Ich hatte das Bett auf der rechten Seite in der unteren Etage ganz hinten zur Wand.

    Am Abend unserer Ankunft bekamen wir Leberkäse zum Essen. Ich kannte diese Art von Gericht nicht und es schmeckte mir auch nicht. Ich musste meinen Teller aber leer essen.

    Ich war als kleines Mädchen mit 3 Jahren bereits trocken. Im Heim bin ich das Bettnässen wieder angefangen. Als ich nun das erste mal wieder ins Bett gemacht hatte, musste mein großer Bruder kommen und mir mein Bett neu überziehen. Ich fühlte mich schrecklich. Ich kann mich dran erinnern, dass ich dort saß und geweint habe. Etwas Positives hatte es ja! Ich habe meinen Bruder wenigsten mal gesehen, denn während diesen sechs Wochen haben wir uns kaum gesehen.
    Da ich nun wieder das Bettnässen angefangen war, wurde ich von den anderen Mädchen gehänselt und gedemütigt. Sie lachten mich aus. Ich hasste meine Zimmergenossinnen. So wie ich mich noch erinnern kann, waren sie auch etwas älter als ich. Das Bettnässen hat mich dann noch ein paar Monate bis Jahre begleitet. Ich habe mich so geschämt, dass ich teilweise meine nasse Kleidung, zuhause im Garten vergraben habe.

    Eines Abends war ich in einem anderen Mädchenzimmer auf der gegenüberliegenden Seite des Flures. Ich konnte diese Mädchen gut leiden, sie akzeptierten mich scheinbar. Sie hatten Lippenstift oder Nagellack oder irgendetwas anderes, ich weiß es nicht mehr genau. Auf jeden Fall fand ich es toll. Aber der kurze Moment des Glücklichseins wurde mir sehr schnell vergönnt.
    Es kam eine Pflegerin und hat mich am Ohr über den Flur in mein Zimmer gezogen. Sie beschimpfte mich. Ich war wohl über die Bettgehzeit?. Mein Ohr tat mir noch ziemlich lange weh.
    Ich war unendlich traurig. Scheinbar durfte ich nicht glücklich sein. Ich weinte. Der Kontakt zu diesen Mädchen wurde mir zukünftig verboten.

    Ich kann mich daran erinnern, dass ich immer wieder Knödel essen musste. Ich hasste Knödel.

    Manchmal war ich alleine in meinem Zimmer, dann habe ich bitterlich geweint. Ich wollte nach Hause, ich hatte unsagbaren Heimweh. Ich versteckte mich unter meiner Bettdecke und weinte stundenlang. Ich hasste meine Zimmergenossinnen, sie haben mich unendlich verletzt. Ich hasste einfach alles, die Mädchen, das Pflegepersonal und das Essen.

    Ich kann mich daran erinnern, dass wir Wandern waren. Es war teilweise bitterlich kalt. Ich hatte keine Handschuhe. Ich sollte mich nicht so anstellen hieß es. Ein anderes Mädchen hatte mir damals einmal netterweise einen ihrer Handschuhe abgegeben, damit ich wenigstens eine Hand wärmen konnte.

    Ich kann mich schemenhaft daran erinnern, das mein kleinerer Bruder die Wand an seinem Bett angemalt hatte. Wir sollten den Schaden ersetzen. Ich habe mir furchtbare Angst gemacht, denn unsere Familie hatte ja kein Geld. Wir waren ja Halbwaisen und meine Mutter verwitwet.

    Nach Angaben meines älteren Bruders, wurden uns immer wieder versalzene Heringe zum Essen angeboten, diese konnte man wohl wirklich nicht genießen. Daran kann ich mich aber nicht erinnern. Das schlechte Essen an sich ist mir aber generell in Erinnerung geblieben.

    Der Arzt bei dem wir uns regelmäßig in Unterwäsche vorstellen mussten, trug einen Namen an den mein Bruder sich noch sehr gut erinnern kann. Ich weiß den Namen nicht mehr. Mein Bruder hat mir ihn verraten.
    In den letzten Tagen vor der Abreise hat eine Pflegerin mit mir meine Sachen gepackt. Ich weiß dass wir auf den Fußboden in meinem Zimmer saßen, sie saß rechts, ich auf der linken Seite. Dort war auch mein Halsschal. Der Schal war weiß mit roten und blauen Streifen und hatte auf der einen Seite lange Fransen, auf der anderen Seite kurze Fransen. War wohl eine Fehlproduktion. Die Pflegerin beschuldigte mich, ich hätte diese Fransen mit der Schere abgeschnitten. Sie beschimpfte mich. Ich habe diese Fransen aber nicht abgeschnitten. Der Halsschal wurde wohl damals so gekauft. Es wurde alles genau kontrolliert was in den Koffer gepackt wurde. Verheimlichen konnte man nichts. Unsere Kleidungsstücke waren mit Etiketten versehen, die meine Mutter damals vor Anreise an die Kleidung anbringen musste.

    So weit ich mich noch erinnern kann, wurden mir am Abend vor dem Abreisetag sämtliche Kleidungsstücke weggenommen. Angeblich musste alles noch gewaschen werden. Ich hatte weder ein Hemdchen noch einen Slip. Morgens musste ich dann unbekleidet mein Zimmer verlassen und mich dann nackt zu den anderen in einer Reihe stellen um meine Kleidung abzuholen. Die Mädchen in meinem Zimmer lachten, als ich splitterfasernackt das Zimmer verließ. Ob ihnen das gleiche Schicksal vor bestand?? Ob nur Mädchen oder ob auch Jungs in der Reihe auf ihre Kleidung warteten, das weiß ich leider nicht mehr genau.

    Ich bin seither ein ängstliches Mädchen geworden. Meine Leistungen in der Schule ließen nach. Meine Versetzung in das nächste Schuljahr war nicht gesichert.

    Ich entwickelte mich zu einem schüchternen, tief traurigen Menschen. Ich hatte kein Selbstwertgefühl. Das Wort „Nein“ verlor ich wohl in meinem Wortschatz. Stattdessen lernte ich immer zu allem „Ja“ zu sagen, auch wenn ich eigentlich Nein meinte. So hat man es mir ja dort auch gelehrt. Durch Perfektionismus versuchte ich mein mangelndes Selbstwertgefühl zu vertuschen. Dieses Perfektionismus musste durch eine langjährige Psychotherapie behandelt werden. Ganz frei davon bin ich heute noch nicht. Bin immer noch in Therapie. Das ich psychisch krank geworden bin hängt sicherlich mit dem Tod meines Vaters zusammen, aber diese Kur hat mit Sicherheit auch dazu beigetragen
    Ich lebe bis heute in ständiger Angst, mache regelmäßig Psychotherapie. Ich leide unter Depressionen, Angststörungen, Panikattacken und massiven Schlafstörungen.

    Ich habe an diese Kur, oder wie immer man es auch nennen kann, nur furchtbare Erinnerungen.
    Es gibt sicherlich noch sehr viele Dinge, die mir dort widerfahren sind. Ich war damals noch sehr klein und kann mich nicht mehr an alles erinnern. Vielleicht auch besser so, vielleicht habe ich es auch einfach nur verdrängt. Gesprochen wurde über das was geschehen war mit der Familie nicht. Wenn man mal was sagte, dann hieß es nur, die Zeiten waren damals eben so. Ich konnte mich niemanden öffnen. Erst als erwachsene Frau habe ich die Erlebnisse wohl mal meinem Ehemann und weiteren vertrauten Personen erzählt. Aber wirklich Beachtung habe ich von niemanden bekommen.

    Ich habe es die Jahre verdrängt. Diese Menschen, ob die Ärzte dort im Kinderheim, die Pflegehelferinnen und der oder diejenigen die mir diese Kur verordnet haben, haben mir meine Kindheit gestohlen und mein Leben zerstört. War ich nicht schon genug durch den Suizid meines Vaters gebeutelt?? Wer kommt auf solch eine Idee, ein kleines Mädchen, welches gerade seinen Vater verloren hat in solch ein Kinderheim zu stecken??

  • Ingeborg Rennemann sagt:

    Sehr geehrte Frau Röhl.
    Wie der Zufall es wollte, hab ich ihren Bericht über die Verschickungskinder gefunden. Auch ich möchte mich nicht gerne daran erinnern, es war keine Erholung, sondern Bestrafung. Mit 5 Jahren musste ich bereits vom Allgäu bis zur Nordsee fahren mit fremden Menschen. Grund Vater schwer krank durch Krieg. Mutter überfordert mit 6 Kindern. Es war sozusagen Erholung für dieMutter für 6 Wochen. Das erste Mal war in St. Peter Ording. Ich hatte nur Angst und Heimweh. Da ich das Essen nicht vertragen habe, musste ich oft brechen. Klar wurde ich geschimpft und musste vor dem Erbrochenen sitzen bleiben, sollte es aufessen.
    Auch ein paar Jahre später im Schwarzwald Haus Dornröschen in Buhlbach, ging es mir nicht besser. Habe heute noch die Karte, die ich nach Hause schrieb. Darauf steht, ich schlafe bei lauter Ausländer. Es wurde korrigiert, es sei nur für eine Nacht bei Luxemburger Mädchen. Es waren nur wenige deutschsprachige dort. Da taten mir auch die anderen Mädels leid. Dann brach eine Masernepedemie aus. Fast alle wurden krank. Es war verboten etwas in der Post zu erwähnen. Auch dass wir Mädchen in der Küche helfen mussten, weil auch das Personal krank wurde. Insgesamt musste ich 5 mal zum „Zunehmen“ in ein Kinderheim. Da auf die schulischen Leistungen keine Rücksicht genommen wurde und es auch keine Nachhilfe gab, ging die ewige Angst durch die ganze Schulzeit hindurch. Es ist gut, dass man darüber spricht um darauf zu Achten, dass man es Kindern nie wieder antut, von herzlosen Menschen bedroht zu werden. Mit freundlichen Grüßen

  • Bruno Toussaint sagt:

    Solche Geschichte noch im Jahr 1980, ich fasse es nicht. Was mir sofort auffällt, Du hast ein extremes Detailgedächtnis, eigentlich schreibst Du auch sehr schön. Im Grunde steckt eine literarische Begabung dahinter, die Du nutzen solltest. Die Last der Erinnerung jetzt aber abzuschütteln, oder sogar ins Positive zu wandeln, ihnen Farbe zu geben, wird nicht einfach sein.

    Der Tod deines Vaters schob eine sukzessive Kette von Ereignissen an, die sich wie eine aus lauter Einzelereignissen gedrehte Kordel ineinander verstrickten. Der eigentliche Ursprungsdrall für das spätere Ausscheren im Leben liegt für mich aber offensichtlich im Mittenwalder Heim begründet, wo man dich in einer ungeheuer distanzierten und sadistischen Art und Weise der individuellen Rechte eines Kindes beraubte.

    Was dir angetan wurde, kenne ich aus dem Seehospiz Norderney in den 60-er Jahren. Viele Kinder sind von der extremen Gefühlskälte und der Massenabfertigung in den Heimen und der daraus resultierenden Dauerangst im Leben gegenüber beliebigen Kleinigkeiten der Alltagsbewältigung traumatisiert. Die Ursache dieser „Depressionen, Angststörungen, Panikattacken und massiven Schlafstörungen“ liegt aber stets in den Heimen.

    Auch wenn es dir schwer fällt, auch nur, wenn Du einigermaßen gefestigt bist, hier mein Vorschlag: Setze dich mit dem weißen Ring in Verbindung und lasse dir Fachleute vor Ort vermitteln. Letztlich solltest Du einen Weg finden, um die ehemaligen Verantwortlichen / Rechtsträger des Heimes in Mittenwald zumindest in ein Aufarbeitungsverfahren zu ziehen, auch wenn längst die Verjährung eingetreten ist. Bei dir ist es aber etwas anderes, die Ereignisse liegen nämlich „nur“ 39 Jahre zurück, viele der Angestellten dürften also noch leben. Möglicherweise kann dir eine gezielte Presse- und Medienarbeit helfen, gerade weil sich deine Geschichte, so traurig sie auch ist, als „Paradebeispiel“ für Missbräuche in den Heimen taugt.

    Ich denke, dies ist sicher ein schwieriger Weg, um dich selbst aus deiner Opferrolle, die dir als Kind gegen deinen Willen aufgedrückt wurde, final zu befreien. Vielleicht schaffst Du es aber tatsächlich, zu deiner eigentlichen Stärke zu finden, die schon immer im verborgenen Teil deiner Person war. Du solltest dich also keineswegs dafür schämen, Du hast viele Nachteile erlitten. Du solltest auch Forderungen stellen, da Du unverschuldet immer noch viele Beeinträchtigungen im Alltag hast, sicherlich nicht zuletzt in deiner Erwerbsbiografie bis zur Rente. Zerre die Verantwortlichen an die Öffentlichkeit, das Recht hast Du dazu, noch ist Zeit dafür.

    Gruß, Bruno

  • Brigitte sagt:

    Hallo Ihr Alle,
    auch ich bin „verschickt „worden- das Haus hieß Kinderheim Berghof und war irgendwo inBayern–ich war acht Jahre alt und hatte schlimmes Heimweh und weinte tagelang- die Tanten meinten“ das sind hinterher die Schlimmsten“..ich erinnere vollgepinkelte Trainingshosen weil so eine lange Schlange vor der einen Toilette war und der beißende Spott der Tanten, die meine Hose über der Heizung trocknen ließen und mich sie so wieder anziehen ließen— ich erinnere, dass ich bei der Wildfütterung husten musste, die Rehe wegliefen, und ich vor allen zur Schuldigen erklärt wurde, ich erinnere viele Male zur Strafe im Bett zu liegen- und Gott sei Dank war dort Hannelore,
    ein Mädchen mit langen Zöpfen, wir mochten uns und hielten gemeinsam all die Strafen aus…
    Grüße an alle !

  • Brigitte sagt:

    PS. das muss 1958/9 gewesenden sein…

  • Andrea diederich sagt:

    Ich war 1974 mit zehn Jahren im Kinderkurheim Bad Soden-Salmünster auf
    Empfehlung der damaligen Fürsorge untergebracht.
    Ich erinnere mich noch daran, das der Teller unbedingt leer gegessen werden müsste. Es musste auch das gegessen werden, was man nicht möchte.
    Bei meiner Ankunft müsste ich kalte Suppe mit Ei essen, die ich Ekel gegessen habe.
    Einmal in der Woche durften wir die Unterhosen wechseln.
    Weil ich mal etwas unruhig im Bett gewälzt habe, müsste ich mich auf den Flur stellen und dafür am folgenden Abend früher ins Bett.
    Auch wenn im Bett gesprochen hat, musste man auf dem Flur stehen.
    Auch bekamen wir nichts zu trinken wenn wir Durst hatten.
    Vor dem Haus war ein Brunnen mit Heilwasser aus dem ich öfter meinen Durst stillte.
    Wir standen morgens um halb acht auf und gingen abends um halb acht ins
    Bett.
    Als wir mit der Gruppe einkaufen gingen, wo wir uns von unserem Taschengeld von zuhause Süssigkeiten und Getränke kauften, dürften wir nichts mit Kohlensäure kaufen.
    Ich hatte dort viel Heimweh und war froh als ich nach langen unendlichen sechs Woche wieder nach Hause kam.

  • TiBi sagt:

    Hallo zusammen, ich (m, 54) hatte im Juli 1971 das zweifelhafte ‚Vergnügen‘, im Rahmen einer ‚Erholungskur‘ vor der Einschulung 6 Wochen im Kinderheim St. Antonius in Ratzenried/Kreis Argenbühl gewesen zu sein.
    https://oldthing.de/Ratzenried-Kinderheim-St-Antonius-Kat-Argenbuehl-0023655755
    https://oldthing.de/AK-Ratzenried-Kinderheim-StAntonius-mit-Teich-0015909608
    Meine Erinnerungen an den Aufenthalt dort sind sehr lückenhaft und rudimentär, aber Angst und Schrecken angesichts der ‚Erziehungsmethoden‘, die dort vorherrschten, habe ich nur sehr schlecht verkraftet. Die schrecklichen Erinnerungen wabern quasi im Untergrund vor sich hin und sind für mich nicht greifbar, aber dennoch emotional stets präsent wie eine Art Lähmung.
    Ich habe die vielen Kommentare hier gelesen und kann generell sagen, daß ich mich an die sadistischen Quälereien wie Essenszwang, Ruhezwang nach dem Essen, nicht-Pinkeln-dürfen und/oder nur unter Kontrolle pinkeln dürfen (Nonne als Wachposten vor der Tür) und drakonische Strafen bei ‚abweichendem‘ Verhalten erinnern kann, natürlich auch an die große Einsamkeit und Ohnmacht angesichts der Hilflosigkeit gegenüber all diesen Zumutungen. Trotzdem habe ich stets das Gefühl, daß da noch mehr gewesen ist, das ganz tief verschüttet irgendwo im Unterbewußtsein schlummert, vielleicht weil die Erinnerung daran zu traumatisch ist.
    Ich würde an dem Punkt gerne weiterkommen und erfahren wollen, was dort wirklich geschah. Gibt es jemanden unter euch, der auch dort untergebracht war, evtl. auch länger? Ihr könnt mich gerne unter der u.g. Mailadresse kontaktieren.
    Vielen Dank für eure Rückmeldung! Viele Grüsse, TiBi
    KontaktMail: TiBi.1964@posteo.de

    P.S. Bei eBay kann man unter ‚Sammeln und Seltenes – Ansichtskarten‘ einige alte Bilder von den bekloppten Heimen sehen, das hilft u.U. bei der Erinnerung. Ich habe vom Kinderheim Ratzenried selbst eine alte Postkarte, die ich damals an meine Eltern nachhause schickte, die kann ich Interessierten gerne einscannen und zusenden.

  • Birgit,S sagt:

    ..ich war 1966 mit meinem Zwillingsbruder in Bad Reichenhall wegen Bronchitis.
    Wir wurden getrennt und ich habe einen lebenlang schwerst traumatisiert durch vielvältige Gewalterfahrung mit schwersten Ängsten und Schlafstörungen zu tun.
    Erst im letzten Jahr- nach dem plötzlichen Tode meines Zwillingsbruders kam ich mit einer alternativen Therapiemethode an die Hintergründe,weil alles auf einmal völlig krass hochkam
    Ich bin interessiert an Austausch mit Menschen, die eventuell auch dort waren.
    Grüsse Birgit

  • Ramona sagt:

    Ich bin 50 Jahre alt heute.
    Mit ca. 6 Jahren wurde ich das erste Mal verschickt.
    Nach Amrum. Nach langem googeln, könnte es das Haus Sonnenschein in Nebel gewesen sein?
    Ich habe keinerlei Erinnerungen daran. Rein gar nichts.
    Meine Mutter sagt heute, ich kam damals total verändert zurück. Im negativen Sinne.

    Die zweite Verschickung muss dann Anfang der 80 iger gewesen sein. Föhr. Haus Goltermann oder so?
    Erinnerungen habe ich nur an negative Dinge.
    Einmal die Woche nur Haare waschen. Nachts nicht aufs Klo duerfen.
    Ist es möglich Erinnerungen an meine erste Verschickung wieder hochzuholen? Ich bin mit 22 an einer Angststörung erkrankt. Die Ängste weiteren sich so weit aus, dass ein Psychologe mal sagte, da muss ein sex. Missbrauch in ihrem Leben stattgefunden haben…

  • H. sagt:

    Hallo,
    mich haben die Schilderungen sehr berührt, bei manchen hatte ich das Gefühl, ich hätte das 1:1 so schreiben können.
    Ich war ca. 1967 in Schönau in Berchtesgaden, eine Zeit die bis heute nachwirkt und mich sehr belastet. Aktuell ist das Teil einer Therapie, um mit Ängsten umgehen zu lernen, welche immer stärker geworden sind. Kaum zu glauben, dass dieses Erleben dort nach 50 Jahren noch solche Spuren hinterlässt.
    Ich wurde von der BEK wegen chronischer Bronchitis dort hin geschickt, den Eltern wurde eingeredet, dass das für das Kind das Beste wäre. Es gab Besuchs- und Kontaktverbot mit der Begründung, das würde das Heimweh des Kindes befördern.
    Tatsächlich wurde ich an einem Morgen mit einer Karte um den Hals und meinem kleinen Koffer in einen Zug gesetzt. Keine Begleitung, keine Betreuung. Ich saß lange Zeit als Vierjähriger alleine in einem Abteil und hatte keine Ahnung, wie ich dort hin kommen sollte. Irgendwann lief eine Frau durch den Zug und hatte alle Kinder mit Karten um den Hals eingesammelt.
    Im Heim angekommen wurde mir das Bett in einem großen Schlafsaal zugewiesen. Jeden Morgen wurden die Kinder beloßgestellt und verspottet, welche nachts eingenässt hatten.
    Oberstes Ziel des Aufenthalts war Gewichtszunahme. Es gab ein Kontingent an Marmeladenbroten, die jeden Morgen gegessen werden mussten. Viele Kinder erbrachen am Tisch und mussten dann das Erbrochene aufessen. Solange durfte auch keiner aufstehen. Wir versuchten die Aufseherinnen auszutricks und klebten die Brote mit den Marmeladeseiten von unten an den Tisch. Es gab mächtigen Ärger, wenn man dabei erwischt wurde.
    Post von Zuhause wurde vor der ganzen Gruppe laut vorgelesen. Ich erinnere mich an die Briefe meines Opas, der immer kurze und witzige Geschichten geschrieben hat bei denen alle Kinder lachen mussten. Mir standen dabei immer die Tränen in den Augen.
    Ich wollte mir vor einigen Jahren das Haus auf einer Reise in der Gegend anschauen, habe es aber nicht mehr gefunden. Bei Recherche im Internet hatte ich aber entdeckt, dass die damalige Leiterin, eine Schwester, wohl um ihre Verdienste um die Kinder zur Ehrenbürgerin benannt worden ist. Mir ist die Luft weg geblieben, ich hätte k… können.
    Nach meiner Rückkehr damals konnte ich mit niemandem über die schreckliche Zeit reden, ich spielte allen vor, wie schön es dort gewesen wäre. Zu meinen Eltern hin war vieles an Beziehung zerbrochen.

  • Sabine sagt:

    Hallo mein Name ist Sabine und ich wurde mit meinen Geschwistern Claudi und Moni in unserer Kindheit oft verschickt.
    Eines der Kinderheime hieß Samerberg,Möwennest. Wir wurden von unserem Pflegeeltern dort hingeschickt um uns loszuwerden.sie sind in den Urlaub gefahren und uns haben sie in die Hölle geschickt.wir hatten zusammen dort Ziegenpeterbekommen.
    Zum Essen gab es Butterbrot und Vanillepudding.Bestrafung bei Verstoß der Regeln in Unterwäsche auf den Flur stehen
    Alles wurde kontrolliert Pakete ,Briefe.Alles wurde weggenommen.
    Und obwohl es wie die Hölle dort war,war es unsere Zuflucht vor unserer Pflegemutter.Ich kann mich noch an viele Wanderungen
    erinnern Wir sind den ganzen Tag unterwegs gewesen haben wenig zu essen und zu trinken bekommen .obwohl man ja dort war um zuzunehmen.während meine Geschwister und ich erkrankten an Mumps waren wir die ganze Zeit allein.Ich hasse heute noch Vanillepudding und kann das alles nicht vergessen .wir wurden dort gedemütigt
    Heute esse ich noch den Teller leer. Wir mussten dort solange sitzen bis alles aufgegessen war. Es ist schon so lange her doch man wurde beraubt din Stück seiner Kindheit.

  • Nicole sagt:

    Hallo zusammen,

    meine Mutter wurde Mitte der 50er Jahre als etwa 6-Jährige nach Belgien geschickt. Offenbar kamen in dem Heim Kinder aus ganz Europa zusammen. Die Misshandlungen, von denen sie erzählt, sind schockierend. Weiß jemand, wo es in Belgien solche Verschickungsheime gab? Sie kann sich leider nicht mehr erinnern.

    Danke und Gruß

    Nicole

  • anja sagt:

    Über Belgien ist mir nichts bekannt, tut mir leid, Anja

  • anja sagt:

    Liebe Marion, ich werde sofort nachprüfen, ob du im Postverteiler bei uns drin bist, sorry, ich habe jetzt letztens mehrere Sammelbriefe an alle rausgeschickt, bisher bist du die einzige aus Manderscheit/Post,aber wir sammeln ja und es kommen bestimmt dann noch weitere aus den verschiedenen Heimen, nur Geduld!
    Anja

  • Yvonne sagt:

    Ein herzliches Hallo an alle…

    oh man, habe eben diese Kommentare gelesen und bin geschockt… ich dachte immer, das wäre nur für mich so fruchtbar gewesen. Ich habe keinerlei Erinnerungen mehr an diese Zeit, weiss nur noch, dass ich mich auch in dieser Ponyhof-Einrichtung in Schönau befand (1979, mit fast fünf Jahren). Keinerlei Kontakt zu meinen Eltern war erlaubt, ihre Briefe habe ich nie erhalten, sie wurden ihnen zurückgegeben. JETZT kenne ich sie, damals hätte ich sie lebensnotwendig gebraucht….

    Bin auf Spurensuche und gespannt, wo ich noch landen werde…