Anja Röhl

Anja Röhl – Autorin, Verschickungskind

 

 

 

 

 

 

 

Autorin und Verschickungskind 

Seit 2004/9 beschäftige ich mich  mit dem Thema traumatischer Kurverschickungen.  Siehe auch:  

Webseite der „Initiative Verschickungskinder“: www.verschickungsheime.de

Buchveröffentlichung, ab heute in den Buchhandlungen, hier

Schon 2004 schrieb ich unter dem Titel: „Tante Anneliese“ in der Literaturzeitschrift „Risse“ (Heft 13, S.47/2004) einen literarischen Beitrag zu meinen traumatischen Erinnerungen an eine der Tanten mit Namen: Tante Anneliese. Im Sommer 20o9 habe ich einen weiteren Text zu diesem Thema in der Zeitung junge welt veröffentlicht (9.9.2009, S.13). Daraufhin bekam ich Hunderte von Zuschriften mit bestätigenden Berichten. Seitdem habe ich Berichte von Betroffenen gesammelt, zu denen ich seit 2016 Kontakt suchte. Im Sommer 2019 bekam ich eine Bundes-Drucksache in die Hände, aus der hervorgeht, dass es 839 solcher Kindererholungsheime und -heilstätten gab, mit ca. 57.000 Betten Kapazität, die 6-wöchig neu belegt wurden. Später fand ich in einem historischen Buch von 1964, 1143 solcher Heime aufgelistet. Nach neusten Erkenntnissen sind es wahrscheinlich noch um 20 % mehr.

Ich habe mit Mitstreitern dann 2019 am 2.11.19 den Verein „Aufarbeitung und Erforschung Kinderverschickung e.V.“ gegründet (Eintragung bestätigt: Berlin Charlottenburg, Amtsgericht 2.7.20) und anschließend auf Sylt einen ersten Kongress zum Thema organisiert, mit 80 Betroffenen haben wir dort die  „Initiative Verschickungskinder“ ins Leben gerufen, sowie dem bundesweit wirkenden Verein einen Auftrag zur Aufarbeitung in Form der Sylter Erklärung gegeben.  WissenschaftlerInnen haben sich uns angeschlossen. Auch ein historisches Buch haben wir gefunden, in dem deutlich wurde, dass die angewandten pädagogischen Methoden systematisch Grausamkeit und Kälte propagierten.  Politiker aller Länder haben inzwischen das Leid der Verschickungskinder anerkannt.

Erste Träger haben mit Entschuldigungen reagiert. Das reicht aber nicht! Wir brauchen Unterstützung bei der persönlichen und öffentlichen Aufarbeitung! Die muss von Trägern und Politik in Bund und Ländern gleichermaßen geleistet werden. Dafür setzt sich die „ Initiative Verschickungskinder“ ein, die sich im November 2019 auf Sylt gegründet hat. Dieser Erfolg ist der unermüdlichen Arbeit vieler Betroffener zu verdanken. Danke an all diese Menschen!!!

Ein zweiter Kongress hat coronabedingt am 21.11.20 erfolgreich, als Videokonferenz mit über 150 Interessierten stattgefunden. Erste Recherchen liegen jetzt vor. Kongressbeiträge beider Kongresse können bei mir angefordert werden, auch hier: 

Die Initiative hat inzwischen insgesamt mehr als 6000 Berichte mit traumatischen Erinnerungen gesammelt. Noch nie hat ein Sozialwissenschaftler sich dieses Themas angenommen, in keiner Universität wurde bisher zu diesem Thema geforscht. Auf der Webseite: www.verschickungsheime.de bündeln wir alle Informationen.

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Vorträge zum Thema „Das Elend der Verschickungskinder“:  In Volkshochschulen, Fachhochschulen, Fachschulen und Universitäten. (Ab Januar 2021). Zu buchen unter: anjairinaroehl@gmail.com

Webseite der „Initiative Verschickungskinder“: www.verschickungsheime.de

In den 50-90er Jahren wurden insgesamt ca. 8 – 12 Millionen Kinder aus der BRD und Westberlin, für 6-12 Wochen allein, ohne ihre Eltern, in Kinderheilstätten weit entfernter Kurorte der See, der Mittel- und Hochgebirge “verschickt“, in nächtlichen “Sonderkinderzügen“, bevorzugt vor dem Schuleintritt, im Alter von 4-6 Jahren. Dies geschah in Verantwortung der kinderärztlichen Gesundheitsinstitutionen, die das Ganze als heilsame Klimatherapie für Großstadtkinder propagierten. Weiterlesen demnächst hier: https://www.psychosozial-verlag.de/3053

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Kommentare

Es gibt 41 Kommentare für "Anja Röhl – Autorin, Verschickungskind"

  • https://pagewizz.com/anja-rohl-liest-die-frau-meines-vaters-36846

    Fertich! Vielen Dank für die tiefen Einblicke in Ihr Leben! Wenn etwas nicht in Ordnung ist mit dem Text, gerne Bescheid sagen, hier kann man noch immer was ändern…Lieben Gruß, Gabi

  • Hannelore sagt:

    Guten Morgen Anja,
    Ferien – Kurheim, 1962-65 habe ich mein Anerkennungsjahr im Schwarzwald abgeleistet, meistens mit Kindern von 7-11 Jahren. Die Kinder waren sicher gut versorgt und aufgehoben, auch wenn die „Überzeugungsmethoden“ mancher Gruppenleiterinnen zum Essen fragwürdig waren. Immerhin wurde der Erfolg am Ende des Aufenthalts auch in Zunahme des Körpergewichts gemessen!
    Mir persönlich ist nur noch im Kopf, wie sehr mir die wenigen, aber oft tottraurigen Dreijährigen leid taten!

  • hartwig Nissen sagt:

    //Die ist kein Kommentar sondern ein kurzer Brief, eine Kontakt aufnahme//

    Hallo, Anja Roehl – ich habe den Link zu Ihnen bekommen von Frau Dettinger (Verein Heimkinder) Ich bin Autor und bin bei Recherchen für einen Roman, der sich mit ermittlungen in SH befasst, die plötzlich ins 3.reich reichen, auf ein Kinderheim auf Amrum gestoßen, das es schon damals gab. Frau D. meinte Sie koennte mir dazu
    etwas sagen. Vielleicht schreiben Sie mir kurz eine e mail? Vielleicht können wir telefonieren? )Ich werde auch zu Recherchen bald nach SH und Dänemark kommen, und könnte Sie evtl. auch treffen, wen Ihnen das behagt….
    Herzliche Grüße von Hartwig Nissen

  • anja sagt:

    Bin interessiert, melden Sie sich per mail bei mir, die mail steht auf dieser Seite unter Impressum

  • Belinda Glock sagt:

    ich habe ihre Seite heute entdeckt…. über die Kinderverschickungen (Hessen-Kinder) in den 60er Jahren . Leider gehöre ich dazu. Sie sammeln Berichte darüber und ich habe vor einigen Jahren angefangen, Informationen zu suchen. Ich war sehr froh, als ich vor einigen Jahren die Seite Küstenforum entdeckte, auf der Menschen schrieben, die dort waren, im Heim Köhlbrand und im Heim Ehlers, St.-Peter-Ording. Da haben viele Menschen geschrieben, die das gleiche erlebt haben wie ich, die heute, im Alter von über 50, immer noch an dieser Zeit und diesen Erlebnissen leiden. Es tröstet mich, dass etliche Köhlbrand-Geschädigte auch nach 40 Jahren wie ich in einer psychosomatischen Klinik waren. Ich war 6. Und wurde von meinen Eltern für 6 Wochen dorthin geschickt. Es war die grausamste Zeit meines Lebens. Ich habe mich, nachdem ich wieder zu Hause war, immer im Bad eingeschlossen, wenn ich mich wusch. Ich konnte keine Berührungen meiner Eltern ertragen, jegliche Art von Nähe ertrage ich auch heute nicht, ich hatte und habe eine ausgeprägte Abneigung gegen Frauen. Meine Briefe wurden zensiert, wenn meine Eltern anriefen, stand ein weiblicher Drachen neben mir, die Päckchen, die mir meine Eltern sandten, wurden konfisziert. Wenn einem das Essen nicht schmeckte, wurde man gezwungen, es zu essen. Erbrochenes bekam man wieder auf den Teller. Wenn man nicht sofort den Befehlen gehorchte, wurde man geschlagen, wer nachts ins Bett machte, musste in den Keller. Wir waren am Meer und in den 6 Wochen 2 mal am Strand. Wir wurden 6 Wochen lang indoktriniert, von Frauen, die früher in SS-Lagern Dienst taten, wie ich vor einigen Jahren erfuhr. Ich traute mich erst nicht, meinen Eltern etwas davon zu erzählen, aber eigentlich wollten sie es auch nicht wissen. Meine Mutter fragte mal bei der KK nach, weil ich so verwahrlost und gestört aussah, gab sich aber mit deren Erklärung zufrieden. Ich habe dort viele gräßliche Situationen erlebt, über die ich auch heute noch nicht reden kann. Ich habe mir Bilder dieses Kinderheims angesehen, ist inzwischen ein Mutter-Kind-Heim……..ich habe es bis heute nicht geschafft, dorthin zu fahren, noch nicht mal in die Nähe. Aber ich hoffe, dass ich es irgendwann schaffen werde und dann damit abschließen kann.

    Mit freundlichen Grüßen

    Belinda Glock

  • Georg Bergmann sagt:

    Hallo Frau Roehl,

    ich bin zum Thema „Kinderverschickung“ auf Sie gestoßen. Bin Betroffener des Seehospizes Norderney Ende der 50er Jahre. Habe an dem Thema schon länger gearbeitet und vor 3 Jahren ein Betroffenenmeeting in Bremen veranstaltet. Im Augenblick stehe ich im Kontakt mit dem Mutterhaus in Bad Harzburg um eine öffentliche Entschuldigung für die entsprechenden Straftaten und Traumatisierungen in der Einrichtung auf Norderney zu erreichen. Habe mich bislang mehr oder weniger als Einzelkämpfer um eine öffentliche Aufarbeitung gesehen und bin an der Tagung auf Sylt interessiert und ggfs auch bereit daran mitzuwirken. Ich würde mich um eine Kontaktaufnahme ihrerseits freuen. Tel: 0421 554841 oder georgbergmann@arcor.de

    Herzlicher Gruß

    Georg Bergmann

  • Armin Prauser sagt:

    Hallo Frau Röhl, ich würde mich gerne in diese Thematik einreihen. Ich war in den 60er Jahren in Bad Reichenhall in einem Kinderheim für Asthma. Das würde ich gerne mit einbringen. Wie kann ich mich an Ihrer Arbeit beteiligen, benötige ich einen zugangscode?

    Ich freue mich auf Ihre Nachricht und wünsche ein schönes Wochenende.
    Armin Prauser

  • anja sagt:

    Sie können hier ihre Erlebnisse beschreiben, wenn Sie sie anderen mitteilen wollen, ich bin dabei alle Kommentierenden nach Heim-Orten zu sortieren und nach Jahren, gut wäre also, wenn vorkäme, wann sie wie lange und in welchem Alter waren, was ihre Erlebnisse waren und wie es sie veränderte, als sie zurückkamen. Wenn Sie wollen, schreiben sie aber auch ganz spontan, was Ihnen einfällt. Ich schreibe ab und an eine Sammelmail an alle, es wäre gut, wenn sich alle auch gegenseitig erreichen könnten, um sich jetzt schon was fragen zu können, ich versuche das im Forum Romanum anzulegen, aber es klappt noch nicht, wie ich möchte. Auf dem Kongress, den wir planen, können sich die Kommentierenden erstmalig kennenlernen und dann in Gruppen den jeweiligen Verschickungsheimen zuordnen. Es wäre dann auch gut, wenn alle Bilder und Briefe mitbrächten, als wertvolle Belege und einen Anfang zur aktiven Aufarbeitung. Ich gehe hier alle paar Tage rein und schalte die Kommentare frei, danke, dass Sie Interesse zeigen, es ist Tausenden Kindern so gegangen wie uns damals, davon bin ich überzeugt,
    Grüße
    Anja Röhl

  • Gudrun Döring sagt:

    Ich bin durch Zufall auf diese Seite gestoßen und da kam die Erinnerung. Ich bin Jahrgang 1955 und wurde im Jahr 1965 von der DAK verschickt.Wir sind mit dem Zug *nachts* in den Schwarzwald gefahren . Von Hamburg aus schon eine lange Fahrt mit Kindern verscihiedener Altersgruppen.Geschlafen wurde in den Abteilwagen wohl kaum, denn ich war bei d der Ankunft in Freiburg hundemüde. Von dort ging es mit einem Kleinbus nach Fal

  • Michael Sch. sagt:

    Hallo Frau Röhl, ich bin heute zufällig auf diese Seite gestossen. Ich war im Sep. 1966 – Mrz. 1967 in der Kinderheilstätte Stieg in Unteralpfen. Ich hatte eine Erkrankung der Bronchien und eine offene TB. Ich war dort in Quarantäne. Ich hatte dort eine schöne Zeit und konnte mich über die Erzieher nicht beschweren. Eine Bekannte von mir war in der gleichen Zeit, eine Etage tiefer und hat sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Sie wurde in dieser Zeit regelrecht gemästet und hat bis heute damit zu kämpfen.
    Liebe Grüße
    Michael Sch.

  • anja sagt:

    Ja, das war manchmal sehr unterschiedlich, am schlimmsten haben die kleineren Kinder gelitten, so kann man es dem bisherigen Material zweifelsfrei entnehmen. Daher gibt es durchaus unterschiedliche Erfahrungen, bei uns überwiegen die negativen Kommentare bei weitem, Güße, Anja Röhl

  • Sibylle Bauser sagt:

    Guten Morgen, Frau Röhl! Ich habe gerade einen Bericht über Ihr neues Buch im Radio gehört und kann Ihnen nur danken für diese Arbeit. Endlich.
    Hoffentlich folgen daraus positive Veränderungen für alle Betroffenen und für die Zukunft.

    Beste Grüße
    Sibylle Bauser

  • anja sagt:

    Danke zurück, ohne die vielen Menschen, die mich immer wieder ermutigt und deren Geschichten mich immer wieder erschüttert haben, hätte ich nie die Kraft gefunden, mich 10 Stunden täglich an den Schreibvtsich zu setzen, und dieses Buch innerhalb von drei Monaten zu schreiben, liebe Grüße, Anja

  • Julia Roth sagt:

    Liebe Frau Röhl, ich bin über den Artikel im Spiegel auf das Thema gestoßen. Ich bin keine Betroffene (JG 1981, glückliches DDR-Kind mit tollen Ferienlageraufenthalten), möchte aber an dieser Stelle meine Betroffenheit zum Ausdruck bringen. Ich wünsche allen Mitstreitern viel Erfolg mit der Aufarbeitung! Auf das ihr und Ihr Schicksal viel Gehör findet. Ich kann mich glücklich schätzen, dass ein einziges Erlebnis mit 4 Jahren in einem Kindergarten dazu führte, dass meine Mutter mich sofort in einen viel freundlicheren angemeldet hat. In der alten Stätte wurde ich gezwungen, stundenlang vor der Milch zu sitzen, bis ich sie ausgetrunken hatte.

  • Elisabeth sagt:

    Weil ich seit fast 15 Jahren nicht mehr in Deutschland wohne, hab ich das erst heute mitbekommen. Ich musste 4x auf solch eine Kinderkur bzw. Kindererholung, wie man das nannte. Die erste war 1965 in Berchtesgaden, für die 2.-4. „Kur“ musste ich nach Bad Salzuflen. Ich habe heute noch immer diese Bilder vor Augen. Und die Schlafsäle, die mir Angst machten. Vor dem Schlafen gehen die Unterhose runterziehen und beweisen, dass man nicht in die Hose gepieselt hatte. Ich bin heute 61, hab zwar keine Albträume, aber diese Bilder kommen automatisch in den Sinn, wenn ich auch nur annähernd irgendetwas triggert. Diese Kuren wurden auch von der Deutsche Bahn mit unterstützt, Wir mussten jede Woche Karten schreiben, dass es uns gut geht, dass wir viele gute Sachen zu Essen bekommen und dass das Wetter toll ist. Dass wir einen Ausflug gemacht haben. Was ehrliches durften wir nicht schreiben, denn dann könnten sich unsere Eltern ja Gedanken machen, dass es uns nicht gut ginge. Diese jeweils 6 Wochen waren jedes Mal ein Albtraum. Ob wir Beruhigungsmittel bekommen haben, kann ich nicht sagen, Aber bestimmt, sonst hätten wir jeden Tag 24 Stunden vor Heimweh geheult. Ich hoffe, ich kann ihr Buch irgendwann lesen. Danke jetzt schon dafür, dass sie das in Angriff genommen haben und darüber berichten, wie unsere Kindheit zerstört und Narben hinterlassen hat, die heute noch nachwirken.

  • Miltraud Menzel-Kräling sagt:

    Guten Morgen Frau Roehl.
    Es ist sehr gut,dass Sie dieses Thema aufgreifen, auch ich habe furchtbares in einem Kinderheim im Schwarzwald erlebt.Es zeichnet sich wie ein roter Faden durch mein ganzes Leben.Ich war 5 Jahre und kann mich nur an einm Bett erinnern indem ich lange gelegen habe.Es war ein Schlafsaal und abends kamen die anderen Kinder ins Bett.Ostern war ich dann wohl ‚gesund‘ und durfte aufstehen.In meinem Heimwehschmerz bekam ich dann endlich eine Nachricht von zuhause.Einen Brief und ein Päckchen,welches liebevoll gefüllt war.Als man mir dann den Brief meiner Mutter vorlas begann ich fürchterlich zu weinen.Daraufhin nahm man mir das Paket weg und gab es den anderen Kindern mit der Äußerung:Wer weint bekommt kein Geschenk.Es war so unerträglich und hat mein ganzes Leben total beeinflußt.Alles dort war nur Qual und Schmerz für mich.

  • Eberhard Holstein sagt:

    Hallo Frau Röhl!

    Ich (geb.1954) wurde als Stuttgarter Kind mit 7 und 8 Jahren mit unerkannter TB (kam erst bei der Reihenuntersuchung mit 10 raus) nach Klappholttal auf Sylt verschickt. Der Ton dort war straff, aber der Umgang durchaus freundlich und gelegentlich auch liebevoll. Das Essen war einfach aber ok, ohne jeden Zwang und wer nicht mochte konnte Stulle essen. Für mich war es eine in Summe sehr positive Erfahrung. Besser als zu Hause, und die Luft tat mir sehr gut. Schwierig war die Verschickung in einer riesigen Kindermasse, die großen Schlafsäle und eben sehr viel Ungewohntes ohne Erklärung.
    Insofern gab es eben auch positive Situationen oder Einrichtungen. Diese mail nur als Ergänzung zu Ihren Erhebungen, die ich keinesfalls bezweifle.

    Eberhard Holstein

  • Achim sagt:

    Wenn ich hier von den Erfahrungen anderer lese, bin ich dankbar, dass ich anscheinend dreimal Glück gehabt habe. Ich war 1959 auf Langeoog, 1962 in Cuxhaven und 1965 noch einmal in einem anderen Heim auf Langeoog (ich war und bin noch heute ein echter „Hungerhaken“). Ich kann mich nicht an ein einziges negatives Erlebnis erinnern. Nicht weil ich diese verdrängt habe, sondern weil es diese nicht gab. Um so wichtiger ist es, denen Gehör zu verleihen, die nicht so viel Glück wie ich hatten.

  • Hans-Peter Mundt sagt:

    Liebe Anja, als Vetter Deiner Mutter muss ich Dir mitteilen, dass Du wenig über die Familie Deines Grossvater weißt. Auch über die Vorfahren Deiner Familie Mütterlicherseits. Lg Grüsse von dem Vetter Deiner Mutter

  • Guten Tag Frau Röhl,

    ich habe über ihr Buch gelesen, dazu auf der Website des Verlages das Inhaltsverzeichnis angeschaut. Vor einigen Wochen gab es in den Westfälischen Nachrichten (Münster) auch einen Artikel zu der Initiative, mit einem Bericht einer Betroffenen.
    Die meisten, nein, alle mir bekannten Berichte klammern die damaligen Heime zur „Heilung“, bzw. Nachheilung von Krankheiten aus, dort waren die Zustände oft nicht oder nur wenig besser, wie ich aus eigener Erfahrung weiß.
    Wissen sie über mögliche Publikationen/Aufarbeitungen dieses Bereiches ?

    Mit freundlichen Grüßen

    Norbert Nowotsch

  • Heike sagt:

    Liebe Frau Röhl, ich habe im Fernsehen Ihren Bericht gesehen und gestern im Tagesspiegel den Artikel gelesen. Ich war mit 7 Jahren im Jahr 1966 in Wyk auf Föhr. Laut Auskunft meiner Mutter in einem Heim der Inneren Mission. Die Erinnerungen daran sind nur bruchstückhaft vorhanden, so dass ich glaube, dass der Aufenthalt schrecklich gewesen sein muss. Sicherlich hat dies mein weiteres Leben stark beeinflusst. Ich würde gern Kontakt mit weitern Betroffenen aufnehmen. Vielleicht kommt die Erinnerung zurück und ich kann dies besser verarbeiten.
    Wunderbar, dass Sie sich mit diesem Thema beschäftigen.
    Herzliche Grüße
    Heike Seltmann

  • anja sagt:

    Gehen Sie auf die Seite: http://www.verchickungsheime.de, dort finden Sie unter VERNETZUNG viele Kontakte zu Betroffenen,

  • anja sagt:

    Das sind tatsächlich dieselben, es handelt sich um Kindererholungsheime und Kinderheilstätten, diese Einrichtungen haben sowohl Kinder zu 6-Wochenkuren, als auch Kinder nach Krankheiten zu Kuren aufgenommen. Die Menschen, die auf unserer Seite (www.verschickungsheime.de) kommentieren, sind meist die Verschickungskinder, die zu 6-Wochenkuren verschickt wurden, allerdings haben wir auch genauso welche, die nach Krankheiten zum Nachheilen in diese Stätten kamen. Melden Sie sich bei Erstinfo@verchickungssheime.de und Sie bekommen dort eine Heimliste aller Einrichtungen, da können Sie nachschauen, ob Ihre Einrichtung auch darunter ist.

  • anja sagt:

    Positive Erinnerungen sind leider sehr selten bisher, aber ich freue mich für Sie, dass es für Sie so schön war. Vom Klappholtal haben ich schon viele andere Berichte gelesen. Es hängt wahrscheinlich vom Alter, den Umständen und natürlich den Mitarbeiterinnen ab. Schauen Sie, es waren Millionen Kinder und bisher haben wir vielleicht mehrere Tausend erschreckende negativ kontierte Berichte. Sie können nun sagen, dass ist nur eine Minderheit. Ich denke aber, auch so eine Minderheit und deren Erinnerungen muss man ernst nehmen. Und viele berichten auch von dem, was sie bei anderen mit angesehen haben. Schauen Sie mal auf: http://www.versschickungsheime.de. Erst die weitere Forschung kann Licht ins Dunkel bringen. Hier muss noch viel mehr und viel tiefer nachgeforscht werden.

  • anja sagt:

    Danke für Ihre Antwort, gehen Sie einmal auf die Seite: http://www.Verschickungsheime.de, da erfahren Sie mehr über das Thema, und Sie können sich mit anderen betroffenen vernetzen, liebe Grüße, Anja Röhl

  • anja sagt:

    Lieber Hans-Peter Mundt, ich würde gern mehr erfahren über diese, meine Familie, die mütterliche Familie interessiert mich besonders, weil ich von der Seite aus, über meine Großmutter, Erna Fiebing, die meiste Liebe erfahren habe, wie können wir in Kontakt treten? Ich bin über meine Emailadresse hier im Impressum jederzeit gut zu erreichen, mit lieben Grüßen, Anja Röhl

  • Lothar K. sagt:

    Hallo Frau Röhl,
    ich habe negative Erfahrungen bei meinem Kuraufenthalt, ich nehme an, dass es im Jahre 1964 war, in einem Kurheim in Donaueschingen gemacht.
    In den 6 Wochen wurde ich regelmäßig gequält, körperlich und seelisch misshandelt.
    Diese Erfahrungen sind immer noch gegenwärtig, weil sie so einschneidend in meinem Leben waren und eventuell auch noch sind.
    Viele Grüße Lothar

  • Joachim Perle sagt:

    Hallo, Frau Röhl ,im Gespräch mit Ihnen im „Tagesspiegel“ vom 5.Februar 2021:„Schläge, Herabwürdigungen, Strafen“ nennen Sie die Zahl derer, die „auch gute Erinnerungen, glücklichere“ haben als „ Leider extrem selten, jedenfalls in unseren Kommentaren.“ Ich zähle zu ihnen, denn ich hatte das große Glück, dreimal verschickt zu werden. Als schmächtiges, untergewichtiges Flüchtlingskind war ich zum ersten Mal in Bad Sachsa. Das größte Unglück war, daß mein Koffer erst nach zwei Tagen ankam. Mein Zimmer hatte den Namen „Enzian“. Seitdem ist das meine Lieblingspflanze und Lieblingsfarbe. Mit Langeoog verbinde ich besonders die Dünen, den Strand und den Flugplatz mit der langen Rollbahn. Anfang der 50er Jahre wurde ich in ein Erholungsheim in Naersnes am Oslofjord eingeladen, das der norwegische CVJM für Flüchtlingskinder aus Deutschland, Litauen, Lettland und Polen eingerichtet hatte. Alle drei Aufenthalte von je 6 Wochen habe ich nur in guter Erinnerung. Neben dem guten Essen, auch mit Nachschlag, waren es die Ausflüge in die Umgebung, der Sport und die Betreuung, die ich nie vergessen werde. Ich danke noch heute allen, die uns damals diese besonderen Erlebnisse ermöglichten.

  • anja sagt:

    Das ist wunderschön, dass Sie solche Erinnerungen haben, das hätten wir auch so gern gehabt und unsere Eltern haben sich genau das für uns alle gewünscht. Mein Eindruck ist, dass es in den Jahren direkt nach 45 noch manchmal schön war und dass es die älteren schöner hatten, das stimmt aber ach nicht immer, es wird wohl von den einzelnen Heimbetreiberinnen und Tanten abhängig gewesen sein, gern können Sie auch Ihre Erfahrungen bei unserer Forschung einbringen, zb im FRAGEBOGEN, mit freundlichen grüßen, Anja Röhl

  • heribert Koch sagt:

    Sehr geehrte Frau Röhl,

    der Bericht ist erschütternd. Viel deutlicher müßte werden, wer verantwortlich ist.
    Igrendwie scheint es was mit der katholischen Kirche zu tun zu haben.
    Heute lässt Herr Woelki grüßen. Wenn es etwas mit der Kirche zu tun hat, bleibt nur: AUSTRETEN. Das ist das Einzige, was diese Institution versteht, weil es dann ums Geld geht.
    Sagen Sie es, wenn es Verantwortlichkeit der Kirchen gibt. Das wird in dem Bericxht nicht wirklich deutlich.
    Die Erzählungen sind sehr bedrückend. Aber es fehlt dien Zuordnung der Verantwortlichkeit. Der Hinweis auf eine Untersuchung von Report macht es nicht deutlich. Dann wird noch mal die Diakonie genannt.
    Sagen Sie, wer verantwortlich ist!!!!

    Es reicht nicht, zu sagen. „Das beschämt uns“ Und wir machen deutlich, dass wir das wahr nehmen, was geschehen ist und das wir das bedauern“.

    Soll es das gewesen sein. Das kann doch nicht wahr sein

    Es hilft nur AUSTRETEN!

    Ich freue mich auf Ihre Antwort

    beste Grüße

    H. Koch

  • anja sagt:

    Wo sind dran, dass wir die Träger auch in die Pflicht nehmen, auch mit der Politik sind wir im Gespräch, geh einfach mal auf unsere Seite: http://www.Verschickungsheimen.de

  • Dr. Hans-Friedrich Hicks-Monreal sagt:

    Sehr geehrte Frau Röhl,

    ich bin erschüttert ob all dieser Berichte und habe 1963 als 6-jähriger auf Anraten des Schul- und auch HausArztes in einem Erholungsheim in Bad Lippspringe zum „Aufpäppeln“ eine 6-wöchige „Kur“ verbracht, in der ich ähnliches erlebte. Das Sanatorium lag im Grünen, aber Name und Träger weiss ich nicht mehr.
    Es begann schon traumatisch, in dem meine Eltern es als Ausflug getarnt haben und mich dan dort alleine ließen. Strenge, beinahe militärische Disziplin, schreckliches Essen, vor dem Teller sitzen und alles aufessen müssen, warme Schokoladensuppe, wenn nicht „willfährig“ zur Strafe nackt ausziehen und mit dem Schlauch und kaltem Wasser abgespritzt werden, ……
    Den Namen und Träger des Sanatoriums in Bad Lippspringe weiss ich nicht, aber vielleicht gibt es in Ihrem „Pool“ andere, die mir diesbezüglich weiterhelfen können?
    Den Befragungsbogen „Verschickungskinder“ habe ich ausgfüllt.

    Liebe Grüße und Danke, daß sie sich des Thema´s angenommen haben, ich hatte es weitgehend abgehakt und als erledigt betrachtet, weil es mir – alles in allem – gut gelungen ist, mein Leben lebenswert zu leben und zu gestalten.

    Dr. Hans-Friedrich Hicks-Monreal

  • Kristin sagt:

    Ganz, ganz schlimm diese Berichte hier zulesen….Es schnürt mir echt die Kehle zu..da auch meine eigenen Erinnerungen wieder da sind.Sie kommen wieder ans Tageslicht…sonst unter großer Kraftanstrengung möglichst gut vergraben..Im Okt/Nov 1980 wurde ich als 10 Jährige in den Nachtzug gesetzt und fuhr von Süddeutschland rund 12 Stunden nach Sylt zur Kur.Dies war schon der Anfang vom Leid..ein schreiendes, an die Mutter sich klammerndes Kind wird in den Zug gezerrt..Das große Heimweh kam und wurde immer immer größer..Krank vor Heimweh . Buchstäblich.So wurde ich in ein Krankenzimmer dort verlegt und war noch einsamer. Mir ging es immer schlechter.Ob mal ein Arzt nach mir schaute , daran kann ich mich nicht erinnern. Ich dämmerte vor mich hin.Ich kann es nicht genau sagen..es schaute selten jemand ins Zimmer. Ich konnte auch keine Hilfe holen.Ich war zu schwach, um Aufzustehen, lag nur im Bett.Eine Verlegung in ein Krankenhaus oder Kurabbruch fand nicht statt. Nach Beendigung der Kur fuhr ich wieder krank nach Hause.Das es mir zu Hause so schlecht ging, wurde mir auch nicht geglaubtvon denEltern, da ich ja schließlich 6 Wochen zur Kur war…Es vergingen aber keine 2 Wochen, da konnte ich mich nicht mehr auf den Beinen halten und wurde umgehend ins Krankenhaus eingeliefert..und blieb dort erstmal weitere 4 Wochen..Diagnose Diabetes Typ 1, Blutzucker über 600 mg/dl. Dann begann sofort das Lernen des Insulinspritzens 4 x am Tag und strenge „Zuckerdiät“. Inwischen ist das alles über 40 Jahre her. Insulinpflichtiger Diabetiker bin ich ja immer noch und vermutete schon lange, daß ich damals krank wurde und auch blieb..vor lauter Heimweh..den Zusammenhang glaubt bis jetzt niemand so ganz. Aber ich bin mir ganz sicher..obwohl ich nicht körperlich o psych im kurheim mißhandelt wurde..wurde ich krank vor Heimweh.
    Un das zieht weite Kreise..auch ich habe starke Verlassensängste, schwaches Selbstwertgefühl , Depressionen ect.Mein gesamtes Leben bin ich verfolgt von diesen Erinnerungen. ..Letztes Jahr ist meine Mutter verstorben,Ich hatte immer ein distanziertes Verhätnis zu ihr..da ich ihr die Schuld gab, ihr eigenes Kind allein zur Kur hat gehen lassen.Sie war auch immer auf Distanz zu mir.Aber ich denke im nachhinein, daß sie auch große Schuldgefühle hatte, ihr eigenes Kind wegzuschicken. Leider haben wir darüber nie mehr gespochen.
    ..Jetzt ist es doch viel Text hier geworden.Vielleicht findet sichin diesem Forum das Mädchen, welches dann mit mir im Krankenzimmer lag…was wohl aus ihr geworden ist?!
    Liebe Frau Röhl, besten Dank , daß Sie das Thema aufgegriffen und öffentlich gemacht haben. Das Elend in vielen Kurheimen kann ja nicht ungeschehen gemacht werden, aber mit der Benennung können Verantwortliche gefunden werden, neues Leid hoffentlich verhindert werden und auch gibt es den Betroffenen einen kleinen Trost..die Sichtbarkeit und die Glaubwürdigkeit. Liebe Grüße Kristin

  • Cornelia Kempers sagt:

    Liebe Frau Roehl !
    Das ist der zweite Versuch, der erste ist verloren gegangen.
    Von 1958-59 war ich mit 4 Jahren in einer Lungenheilstätte in der Nähe von Hofgeismar, eventuell hieß sie Gesundbrunnen. Seit sehr vielen Jahren werde ich von Erinnerungen überfallen, die mit diesem Aufenthalt zu tun haben müssen, ich war ja fast ein Jahr dort.
    Riesige Schlafsäle, mit sehr vielen Kindern, immer nur liegen, liegen, nie laut sein dürfen auch am Tag in Liegehallen, nur alle 6 Wochen Besuch für einen Nachmittag. Ein Besinnungszimmer, eng, mit einer Holzpritsche und einem kleinen Fenster so weit oben, dass ich nicht herausschauen konnte, wenn man irgendetwas gemacht hatte. Wenn mal ein Kind ins Bett gemacht hatte wurde es mit Mullbinden festgebunden, kein Spielzeug. Verhasste Esssäle mit Essverpflichtung, reinstopfen, nicht nachdenken dürfen. Es gab zumindest eine sadistische Schwester, sie hieß Eva, da getraute man sich fast nicht zu atmen. Alle Kinder hatten große Angst vor ihr.
    Vielleicht trügt ja meine Erinnerung, aber wenn ich meine Mutter, auch sehr viel später, auf Missbrauch dort ansprach, sagte sie immer ganz harsch „nein.“ Einmal bin ich weggelaufen von einer Untersuchung, die mit „untenrum“ zutun hatte, die sehr merkwürdig war, ich lief ohne Hose weg, andere Ärzte müssen das auch mitbekommen haben.
    Zu viele Erinnerungen…
    Übrig geblieben ist davon ein Gefühl, dass ich irgendwie an etwas Schuld hatte, ich konnte mich erst spät davon befreien.
    Wenn es andere Menschen gibt, die auch dort waren, würde ich mich gern mit ihnen austauschen.
    Liebe Frau Roehl, danke, dass Sie sich darum kümmern!!!
    Mit ganz herzlichen Grüßen
    Cornelia Kempers

  • Heiderose Betz sagt:

    S.g. fru Röhl,
    falls Sie Kontakt aufnehmen wollen, ich war 1970/71 als Kindergärtnerin in einem Heim auf Föhr, nach der Weiterbildung zur Soz.päd. noch zwei Jahre soz. päd. Leitung eines Kurheimes im Allgäu, kann aus der Zeit noch einiges berichten. Danach war ich in anderen Positionen tätig, ich bin jetzt 78 . Falls Sie mich kontaktieren wollen, schicke ich über meine Email – Anschrift die Telefonnummer. Vorhin habe ich bei Hugendubel Ihr Buch bestellt, leider ist es als E-book noch nicht zu bekommen. Das Buch von Frau Hilpert habe ich gelesen, die Akte- Verschickungskinder sowie die Fernsehberichte in Betrifft und der Landesschau gesehen. Die geschilderten Methoden in den Heimen sind grausam, das haben wir in der Kiga -Ausbildung in Stuttgart anders gelernt, Das waren auch nicht meine Methoden.

    Freundlichen Gruß aus Isny
    Heiderose Betz

  • Rolf Schmidt sagt:

    Hallo und guten Tag habe heute erstmals ihre Dokumentation gesehenvom südwestrundfunk bin zutiefst entsetzt gerne Rückruf 01762 0639411 bin freier Journalist und Jahrgang 52 MFG Rolf Schmid

  • anja sagt:

    Melde dich gern bei mir: info@verschickungsheime.de, Grüße, Anja

  • anja sagt:

    Liebe Heiderose, ich bin sehr interessiert! Vielleicht sogar an einem Interview, bitte melden Sie sich unter: info@verschickungsheime.de, danke, dass Sie sich gemeldet haben!

  • anja sagt:

    Zu Bad Lippspringe haben wir noch keine Heimortverantwortlichen, gehen Sie mal auf die Seite: http://www.Verschickungsheime.de, und dort unter VERNETZUNG, gern können Sie sich melden unter: info@verschickungsheime.de, Grüße, Anja

  • Inge Spachmann sagt:

    Hallo Frau Röhl,
    Ich bin durch die FB Gruppe hierher gelangt. Ich war 1963 in Westerland in dem Kinderheim der Arbeiterwohlfahrt. Ich war 8 Jahre alt. Es war so schrecklich und ich träume heute noch davon. Ich wurde dort gebrochen und kam kränker zurück
    Als vorher. Uns wurden auch tabletten gegeben. Wir wurden gedemütigt und geschlagen. Einmal habe ich mich beim Mittagsschlaf bewegt.., daraufhin musste ich mich nackt in den Waschraum der Jungen stellen. Ich verkroch mich in die hinterste
    Ecke und hatte große Angst. Dann kamen die Jungen zum Duschen usch

    Und sie lachten mich aus und verspottet mich. Durch eine frühere Gelbsucht, ekelte ich mich vor Essen und gerüchen und ich konnte z.B.keine Milch trinken egal ob heiß oder kalt. Ein Mädchen trank morgens dann immer meine Milch und ich hatte nichts zu trinken. Dann musste ich mal stundenlang in einem Raum vor meinem Essen sitzen. Ich konnte keinen Fisch essen. Ich sehe ihn noch vor mir mug Kopf und Augen. Eine nette Putzfrauen hat dann mein mittlerweile kaltes Essen gegessen.

    Ich könnte noch viel mehr erzählen, aber das würde den Rahmen sprengen. Ich hatte mein Leben lang Angst vor Veränderungen, Ärzten, Krankenhäusern oder überhaupt vir Krankheiten.
    Ich finde es toll, dass Sie das ins Leben gerufen haben.

    Liebe Grüße

    Inge Spachmann

  • anja sagt:

    Liebe Inge Bachmann, danke für Ihren erschütternden Bericht, schauen Sie mal auf unsere Webseite, dort finden Sie viele AnsprechpartnerInnen, darunter auch die Heimortverantwortliche von Sylt, Gabriele (unter VERNETZUNG und dann den Unterpunkt HEIMORTKOORDINATION anklicken. Da finden Sie Ihre mailadresse. Die sammelt Betroffene aus Sylt und freut sich über eine Kontaktaufnahme. Stöbern Sie einfach etwas auf: http://www.verschickungsheime.de, damit Sie sich klarmachen können: Sie sind heute nicht mehr allein! Ihr Bericht ist so traurig, wenn Sie mich anrufen möchten, können Sie mich gern anschreiben: info@verschickungsheime.de, es kann etwas dauern, aber ich antworte auf jeden Fall!
    Liebe Grüße
    Anja

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