Anja Röhl

24 wochen – Rezension

Der Film „24 Wochen“ ist ein Film, der momentan überall läuft, er zeigt in langen sentimentalen Sequenzen die Gewissensqualen eines Paares, das ein behindertes Kind erwartet.

Klar, wollen sie sich, da sie modern sind, „drauf einlassen“, bekommen viele Infos vom Ramba Zamba Theater, von Behinderten-Beratungsstellen, die Bekannten machen gute Miene zum bösen Spiel, alles geht seinen Gang, bis die Frau im siebten Monat ist und nun erfährt, dass das Kind noch dazu mehrere lebensbedrohliche Herzfehler hat. Da lässt dann die Kraft nach, der todesmutig gefasste Entschluss zum Bekommen des Babys, der vorher schon auf wackligen Füßen stand, kracht ein und sie entschließen sich doch dazu, das Kind nicht zu bekommen. Mutig, denkt man, richtig, denkt man, dem Kind Leiden erspart. Also: Die Pränatalmedizin hat ihre Berechtigung.

Die Sache dauert lange, man erlebt auch das mit

Doch wie läuft eine sogenannte „Spätabtreibung“ ab? Die Propagandisten der intrauterinen Kindstötung lassen auch das nicht aus, bis ins Einzelne begleiten sie die Sache. Zuerst wird die Geburt künstlich eingeleitet (dies muss, da noch keine Wehen da sind, mit enormen Mengen von Chemie geschehen, da der Körper das Kind in dieser späten Phase der Schwangerschaft absolut nicht hergeben will) die Schmerzen dabei sind stark, die Sache dauert lange, man erlebt auch das mit.

Keine andere Chance?

Dann wird das Kind mit einer Kanüle, die von außen durch die Bauchwand in den Schädel des Babys gestoßen wird, gewaltsam getötet. Anschließend muss die Frau das tote Baby gebären.  Alles das wird gezeigt und trotzdem bleibt der Zuschauer dabei, diese Mutter mutig zu finden, eventuell sagt er sich, dass man dann doch lieber früher einen Abbruch durchführen lässt. Tatsache ist, niemand hat nach dem Film noch die leiseste Chance auf eine andere Meinung als die im Film propagierte. Denn was, fragt man sich, wäre dem Kind geblieben, nicht nur die Qualen seiner Behinderung, auch noch die der mehrmaligen OPs am offenen Herzen hätte es aushalten müssen, dann schon lieber tot, ermordet im Bauch der Mutter. Außerhalb des Bauches ein Kind zu ermorden wäre strafbar, deshalb kamen die Ärzte auf diesen klugen Einfall es durch den schwangeren Bauch hindurch zu tun. Wie es der Mutter dabei geht, eingewilligt zu haben, ihr Kind lebendigen Leibes in ihrem eigenen Bauch umbringen zu lassen, wird nicht mehr gezeigt. Auch nicht, wie das Kind, das schon Schmerzempfinden und Abwehrbewegungen hat, gelitten hat, was die Mutter ja gespürt haben muss.

Um nicht in die Hände der Herzoperateure zu geraten?

Merkwürdig ist aber, dass man sich keinen Film denken könnte, in dem es um nichtbehinderte herzkranke Kinder geht, ich möchte mir nicht vorstellen, was wohl die Lobby der Herzspezialisten dazu sagen würde, wenn neuerdings propagiert würde, jedes herzkranke Frühchen lieber noch im Bauch der Mutter umzubringen, um es nicht in die Hände der Herzoperateure geraten zu lassen.  Meines Erachtens also ein Propagandafilm für die intrauterine Kindstötung.

Das Kind leben lassen?

Man kann durchaus auch anders. Vor etwa 10 Jahren gab es einen Film: Mein kleines Kind, es zeigte die schweren Entscheidungskämpfe einer Frau, die sich zum Gegenteil entschloss, nämlich, ihr Kind leben zu lassen. Dies, obgleich es eine so schwere Behinderung haben würde, dass es nicht lebensfähig sei.  Angeraten wurde ihr natürlich die Lösung aus dem Film 24 Wochen: „Spätabtreibung“ , mit Kindstötung und anschließend künstlicher Geburtseinleitung, alternativ hieß es, das Kind müsse auf die Intensivstation und am Herzen, an den Nieren, an Lunge und Verdauungssystem sofort operiert werden, Überlebenschance fast keine. Sie erkundigte sich, ob ihr Kind schon im Bauch leiden würde, erfuhr, dass es ihm dort gut ginge und entschied sich, das Kind im Beisein einer Kinderärztin, einer Hebamme und ihrer ganzen Familie per Hausgeburt zu bekommen, dann einige Stunden mit dem Kind zu verleben und es dann auf ihrem eigenen Bauch in Frieden in den Tot zu begleiten, es jedenfalls nicht der Intensivmedizin zu überlassen.

Dem Kind kein Leid getan

Da sie dieses Geschehen dokumentarisch begleitete, kann man sich überzeugen, dass hier dem Kind kein Leid angetan wurde, es liegt nach der Geburt auf dem Bauch der Mutter, es wird von der Kinderärztin mit Sauerstoff versorgt, es liegt friedlich und schläft, von der Mutter umarmt. Weder wird ihm etwas Gewaltsames angetan, noch wird es allein gelassen. Sterbebegleitung ist eine Alternative zur Euthanasie.

Zweifelnden Frauen die Skrupel nehmen

Euthanasie hingegen ist das, was in „24 Wochen“ gezeigt wird, nur wird es anders genannt: Spätabtreibung. Es machen schon viele, doch viele Mütter leiden im Nachhinein, es wird ihnen bewusst, dass sie etwas getan haben, was sie sich nicht verzeihen können. Soll dieser Film zweifelnden Frauen die letzten Skrupel nehmen? Da er keine Alternativen zeigt, ist das unweigerlich das Ergebnis.

Als Alternative und zur Info: Mein kleines Kind

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