Anja Röhl

Verschickungsheime – Kindererholungsheime in den 60er Jahren

Verschickungen –

Kindererholung oder Arbeitsplatzsicherung für Landerziehungsstätten?

Ganz besonders Arbeiterkinder wurden in den 60er Jahren in der BRD zu Millionen in sogenannte „Kassenverschickungen“ verbracht, ein Arzt schrieb das Attest und die Krankenkasse bezahlte den „Erholungsaufenthalt“ . Viele dieser Kinder kamen traumatisiert zurück. Die Landerziehungsheime lagen abseits der Metropolen, vielfach in Wald- und Küstengebieten, sie waren unter den Nazis als paramilitärische Drillanstalten ausgebaut und eingerichtet worden, während des Krieges zur Evakuierung / Landverschickung genutzt worden und später vielleicht noch eine Zeit lang für die 2 Millionen Kriegswaisen genutzt. Krankenkassen und Wohlfahrtsorganisationen übernahmen die Heime, die dann Kindern aufnahmen, deren Familien sich keinen Sommerurlaub mit ihren Kindern und frische Seeluft leisten konnten.

Die Verschickungsheime waren Häuser, in die Kinder ab dem 4. Lebensjahr „geschickt“ wurden, was man sich so vorstellen muss, dass sie allein für 6-8 Wochen fremden „Tanten“ ohne jede Eingewöhnung überlassen wurden, die oft mit nichts anderem als roher Gewalt, Drohungen, schlechtem Essen, Essensverweigerung, Schlafentzug, Einsperren, Trennung von Geschwistern, Anbinden, Mund und Augen zukleben und vielem mehr die Kinder in dieser Zeit quälten. (Eine wissenschaftliche Untersuchung zu diesem Thema steht noch aus) Der Erholungswert dieser Kuren ist anzuzweifeln, es ist eher von massiver Traumatisierung auszugehen.  Die Kuren lagen grundsätzlich nicht in den Ferien, sondern wurden über das ganze Jahr verteilt, womit die Auslastung der Heime gleichmäßig erfolgte. Der dadurch hervorgerufene Schulausfall wurde nicht ausgeglichen. Viele verloren damit schulisch den Anschluss oder mussten ein Jahr dranhängen oder ausfallen lassen.

Wer ist Betroffene oder Betroffener und interessiert sich für die Aufarbeitung der Situation in den sogenannten „Kur- und Kassenverschickungsheimen“,

Diese Opfer haben bisher keine öffentliche Stimme, ich möchte gern Erlebnisse aus diesen Heimen zusammentragen. Schreibt mir und / oder meldet Euch mit euren Erlebnistexten oder zur Verabredung eines Interviews unter der Telefonnummer: 03361-3571776 oder unter der Postanschrift: A.Röhl, Uferstraße 92, 15517 Fürstenwalde/Spree. Ein öffentliches Symposium, zusammen mit dem Kinderschutzbund und Vertretern der ehemaligen Heimkinder ist in Vorbereitung.

Zum Einlesen: http://www.anjaroehl.de/wyk-auf-fohr-%E2%80%93-verschickung

Kommentare

Es gibt 18 Kommentare für "Verschickungsheime – Kindererholungsheime in den 60er Jahren"

  • Ute Zielonka sagt:

    Liebe Frau Röhl,

    gestern erst unterhielt ich mich mit einer Frau ,deren Schwester im Alter von 8 Jahren auch dorthin geschickt wurde (Asthma) Ich wurde mit 4 Jahren dorthin geschickt,angeblich ,weil ich ein nervöses Kind war ?….sagte meine Mutter….6 unendlich lange Wochen !
    ich weiß noch ,dass wir uns am 1. Abend duschen sollten. Ich wollte nicht,mich schon gar nicht auf fremde Menschen einlassen….und ich wurde ja „fortgeschickt “ -Ich verstand ja gar nichts….ich sehe mich vor mir ,wie ich schreiend ,vor 2-3 Erzieherinnen durch das Heim rannte und sie mich aber doch bewältigten und mich mit Gewalt auszogen und unter die Dusche brachten.Irgenwie sehe ich Sammelduschen in einem Raum und irgendwie kam es mir vor,als wenn eine ? Erzieherin mitduschte,da ich weiß,dass mir eine zeigte und einbleute ,wie ich einen Waschlappen richtig einzuschäumen hätte…bis der Schaum spritzt ! Dann sehe ich mich in einem Schlafraum mit vielen Betten ,ich weinte erbärmlich….niemand war da…außer den anderen Mädchen im Raum. Das blonde Mädchen neben mir versuchte mich zu trösten.

    Morgens standen wir vor einem laaangen Bimssteinwaschbecken….nackt , um Zähne zu putzen,eine Erzieherin ging hinter uns vorbei und gab jedem Mädchen einen Klaps auf den nackte Po.

    Der Mittagsschlaf „musste“ abgehalten werden -egal wie…ich war ein lebhaftes Kind und war nicht müde…ich öffnete die Augen und schloß sie nicht -vielleicht habe ich auch gepischpert . Auf jeden Fall war es dann so ,dass ich unter dem Stuhl der “ Aufseherin“ liegen musste,sie saß in einem offenen Kabuff in …vor dem Schlafsaal .Ich weiß noch wie demütitigend das für mich war …

    Ich sehe mich auch bei den Mahlzeiten , mit einer Schüssel draußen -vor dem Eßzimmer-auf einer Treppesitzen-wurde mal wieder isoliert. Und das Gefühl dieser Unendlichkeit,die Fragen in mir…wann jemand kommt ,um mich zu holen …Besuch..ect. Dort war ein Hausmeister ,mit dem ich redete…ich glaube er war recht nett ?!!!! Ich habe heute noch sehr große Verlustängste und reagiere körperlich sehr stark ,wenn sich eine Bezugsperson nur einmal nicht meldet …meist sind das meine Partner…gerate schnell in Abhängigkeitsverhältnisse ! Denke dann auch-ich bin schlecht …wie damals,als niemand kam….????

  • Ute Zielonka sagt:

    Liebe Frau Röhl,

    gestern erst unterhielt ich mich mit einer Frau ,deren Schwester im Alter von 8 Jahren auch dorthin geschickt wurde (Asthma) Ich wurde mit 4 Jahren dorthin geschickt,angeblich ,weil ich ein nervöses Kind war ?….sagte meine Mutter….6 unendlich lange Wochen !
    ich weiß noch ,dass wir uns am 1. Abend duschen sollten. Ich wollte nicht,mich schon gar nicht auf fremde Menschen einlassen….und ich wurde ja “fortgeschickt ” -Ich verstand ja gar nichts….ich sehe mich vor mir ,wie ich schreiend ,vor 2-3 Erzieherinnen durch das Heim rannte und sie mich aber doch bewältigten und mich mit Gewalt auszogen und unter die Dusche brachten.Irgenwie sehe ich Sammelduschen in einem Raum und irgendwie kam es mir vor,als wenn eine ? Erzieherin mitduschte,da ich weiß,dass mir eine zeigte und einbleute ,wie ich einen Waschlappen richtig einzuschäumen hätte…bis der Schaum spritzt ! Dann sehe ich mich in einem Schlafraum mit vielen Betten ,ich weinte erbärmlich….niemand war da…außer den anderen Mädchen im Raum. Das blonde Mädchen neben mir versuchte mich zu trösten.

    Morgens standen wir vor einem laaangen Bimssteinwaschbecken….nackt , um Zähne zu putzen,eine Erzieherin ging hinter uns vorbei und gab jedem Mädchen einen Klaps auf den nackte Po.

    Der Mittagsschlaf “musste” abgehalten werden -egal wie…ich war ein lebhaftes Kind und war nicht müde…ich öffnete die Augen und schloß sie nicht -vielleicht habe ich auch gepischpert . Auf jeden Fall war es dann so ,dass ich unter dem Stuhl der ” Aufseherin” liegen musste,sie saß in einem offenen Kabuff in …vor dem Schlafsaal .Ich weiß noch wie demütitigend das für mich war …

    Ich sehe mich auch bei den Mahlzeiten , mit einer Schüssel draußen -vor dem Eßzimmer-auf einer Treppesitzen-wurde mal wieder isoliert. Und das Gefühl dieser Unendlichkeit,die Fragen in mir…wann jemand kommt ,um mich zu holen …Besuch..ect. Dort war ein Hausmeister ,mit dem ich redete…ich glaube er war recht nett ?!!!! Ich habe heute noch sehr große Verlustängste und reagiere körperlich sehr stark ,wenn sich eine Bezugsperson nur einmal nicht meldet …meist sind das meine Partner…gerate schnell in Abhängigkeitsverhältnisse ! Denke dann auch-ich bin schlecht …wie damals,als niemand kam….????

  • anja sagt:

    Leider sehe ich erst jetzt diesen Kommentar, bitte melden Sie sich über Impressum meiner Webseite, ich bin dabei eine Interessengruppe Verschickungskinder zu gründen, es soll auch dieses Thema stärker in den öffentlichen Diskurs eingebracht werden, Anja Röhl

  • Sabine Baumann sagt:

    Werte Fr. Roehl,
    Ich habe nach anderen Leuten gesucht die auf Wyk auf Foehr zur „Kur“ waren. Ich bin als 4 oder 5 jaehrige dorthin geschickt worden, und habe jetzt erst angefangen diese Zeit auf zu arbeiten. Ich habe den verdacht das viele meiner heutigen schwierigkeiten mit meiner zeit dort zu tun habe,
    Wurede weitere auskuenfte zu schaetzen wissen, da ich nur 1 oder 2 erinnerungen an die zeit habe. Und ich dachte das diese alptraeume waren.
    Ich wuerde mich ueber eine antwsort freuen
    Sabine

  • anja sagt:

    Danke für Ihre Anfrage, ich fand sie erst jetzt, ich sammele noch die Berichte und schreibe dann einen Sammelbrief, es sind zu viele !Gern können Sie mich unter Impressum auch per mail kontaktieren,

    Danke

    Anja Röhl

  • anja sagt:

    Danke für Ihre Anfrage, ich fand sie erst jetzt, ich sammele noch die Berichte und schreibe dann einen Sammelbrief, es sind zu viele !Gern können Sie mich unter Impressum auch per mail kontaktieren,

    Danke

    Anja Röhl

  • Rosa Brandt sagt:

    Sehr geehrte Frau Röhl, ich habe schon eine Nachricht auf Ihrer facebook Seite hinterlassen, aber da Sie dort nicht so oft sind, hier noch einmal:
    Ich war, während meiner Grundschulzeit in mehreren Erholungsheimen, da meine Mutter glaubte, ich sei zu dünn. Das waren immer 6 wöchentliche Aufenthalte und es war nie besonders gut. Ein Heim sticht jedoch dabei hervor: Die sogenannte Kinderheilstätte Sonnleiten in Bayerisch Gmain. Ich war dort im Februar – März 1962 und war 10 Jahre alt. Die Erzieherinnen hatten wohl ihre Ausbildung bis 45 gemacht, jedenfalls war wohl mindestens eine Sadistin am Werk und die restlichen haben zumindest nichts dagegen gemacht. Morgens gab es immer eine Milchsuppe, immer wieder auch mit saurer Milch. Dieser Teller mit Suppe musste aufgegessen werden, auch egal wie lange es dauerte. Immer wieder erbrachen sich Kinder dabei. Diese Kinder mussten meist unter Tränen ihr Erbrochenes aufessen. Das habe ich mehrmals beobachten müssen. Mir ist das glücklicherweise nicht passiert, nur als meine Sitznachbarin mir über meinen Arm erbrach, wäre es bei mir auch fast so weit gewesen. Einmal wurde mein Kopf an den Haaren gerissen und mit dem Kopf eines anderen Kindes zusammengestoßen. Ich bin aber insgesamt gesehen relativ glimpflich davon gekommen. Natürlich wurde die Post, die wir nach Hause geschickt haben, kontrolliert. Wir konnten nichts über die Zustände dort schreiben. Als ich zu Hause war, habe ich davon auch nichts erzählt. Ich war froh diesem Terror entronnen zu sein.
    Meine Wut hält aber bis heute an. Ich habe mit der Stadt telefoniert, aber dieses Heim gibt es nicht mehr. Ich habe der DAK, die das damals bezahlt hat, versucht das zu berichten. Keine Antwort. Immer mal wieder habe ich im Netz gesucht, ob es jemand gibt, der darüber schreibt. Glücklicherweise habe ich jetzt Ihre Website gefunden. Es wäre schön andere Ehemalige zu finden, um sich auszutauschen. Ich habe auch noch Bilder von diesem Heim und von diesen Erzieherinnen. Würde ich gerne zur Verfügung stellen. Lustige Bilder von einer Faschingsfeier!
    Ich hoffe, dass Sie ein Buch über diese Erholungsheime realisieren können. Bitte halten Sie mich auf dem Laufenden.
    Mit freundlichen Grüßen
    Rosa Brandt

  • anja sagt:

    Ich bin sehr interessiert daran, bitte schreiben Sie mir über meine emailadresse auf dieser Webseite

  • Jens Mährländer sagt:

    Hallo Frau Röhl,
    ich habe ganz ähnliche Erfahrungen gemacht wie Frau Brandt, allerdings im Adolfinenheim auf Borkum. Auch dort wurden Kinder unter Schlägen gezwungen, ihr Erbrochenes zu essen. Im Rahmen von Strafmaßnahmen wurden kleine Kinder mit Atemwegserkrankungen gezwungen, ohne Decke auf nackten Holzbänken zu schlafen. Briefe wurden selbstverständlich zensiert oder gleich von den „Betreuerinnen“ verfasst und Taschengeld oder Sendungen der Eltern einbehalten. Falls Ihnen dieser Thread noch nicht bekannt sein sollte: http://www.chefkoch.de/forum/2,22,248130/Adolfinenheim-auf-Borkum-alte-Kollegen-gesucht.html?page=5

  • Walter Klein sagt:

    Ich war irgendwann Mitte der 60er Jahre für 6 Wochen in der Kinderheilstätte Sonnleiten in Bayerisch Gmain zu einem Kuraufenthalt gewesen. Deshalb würde ich sehr gerne einmal mit Frau Rosa Brandt in Kontakt treten, ihre Fotos würden mich sehr interessieren. MfG Walter Klein

  • Kati sagt:

    Ich bin als 4 oder 5 jährige auch in ein „Erholungs“ Verschickungsheim in Nienhagen (Ostsee) gebracht worden.Aus meiner Erinnerung war es ein kirchlicher Träger ( evangelisch). Wenn ich meine Mutter heute dazu befrage ,warum sie mich als so kleines Mädchen weg von zu Hause geschickt hat, kommt keine vernünftige Antwort. Man wollte mir eigentlich etwas Gutes tun. Vielleicht war sie einfach nur naiv. Ich erinnere mich an Situationen , als nur mit Unterhemd bekleidet in der Kälte ( bei Schnee) draußen stehen. An die eklige Milchsuppe , an viele Tränen und Heimweh.Ich kam aus einem liebevollem , konsequenten Umfeld und habe wie andere auch dort viele Demütigungen erlebt.

  • Liebe Anja,
    dein Engagement finde ich super und total wichtig! Du hilfst dadurch nicht nur anderen Betroffenen, sondern klärst die Menschen auf, die diese Zeit anders erlebt haben oder gar erst später geboren wurden.
    Was mich angeht, so bin ich von meinen Eltern im April 1967 nach Wyk auf Föhr „verschickt“ worden. Sechs Wochen lang war ich im DRK Kinder- und Erholungsheim „Jungborn“ zur sogenannten Erholung. Auch dort herrschten die gleichen Zustände wie in den anderen Häusern. Von unserer ungelernten Gruppenleiterin wurden wir nicht nur bestohlen, sondern erfuhren auch Grenzverletzungen was unsere Intimsphäre anging. Dazu kam, dass unsere Briefe streng zensiert, der Inhalt der Pakete unserer Eltern an alle anderen Kinder verteilt wurden und das Essen eine Katastrophe war. Außerdem gab es eine Art „Sonderbehandlung“ am Morgen. Der Hausmeister wurde von der Heimleitung beauftragt, in einem großen Bottich frisches, kaltes Meerwasser anzukarren, was er uns anschließend unter Zwang kübelweise über den Kopf schüttete. Seit den 90-ziger Jahren recherchiere ich zum Thema „Jungborn“ und stehe kurz vor Abschluss meiner Arbeit. Interessierte können sich gerne mit mir in Verbindung setzen. Meine Mailanschrift lautet: info@initiative-gegen-gewalt.de
    Beste Grüße
    Johannes Heibel

  • Anton, Rufname Toni sagt:

    Hallo Frau Röhl,

    ich freue mich, dass jemand wie sie dieses heikle Thema aufgreift.
    Auch ich war mit 13J 1963 auf Borkum im ADOLFNENHEIM. Leider fehlen mir sehr viele Erinnerungen an diese Zeit. Ich weis das es sehr sehr streng zu ging. Ich kann mich an einen Vorfall erinnern.
    Wir waren ein paar Jungs im Zimmer und mussten zum essen gehen. Unsere Gruppenleiterin war da. Die Zimmertüre stand auf, ich wurde von hinten gestossen so das ich durch die offene Tür ging. In diesem Moment kam die Leiterin und meine Hand landete in ihrer Magengegend, wo ich nicht für konnte. Die Gruppenleiterin hat es gesehen und nichts dazu gesagt. Ich wurde sehr hart bestraft. Ich bekam kein Essen und Trinken.
    Was ich hier gelesen habe wurde auch in diesen Heim praktiziert
    Viele liebe Grüße
    Toni

  • Andrea Dietrich sagt:

    Liebe Frau Röhl,

    danke für die Gelegenheit, hier auch meine Erfahrungen, die ich 2x in einer sogenannten Erholung in Hude (Norddeutschland) machen mußte. Auch hier herrschte eine rigide, kalte Ordnung mit täglichem Mittagsschlafzwang, wobei bei der geringsten Ruhestörung mit „Nachschlafen“ -(man mußte sich während der allgemeinen Mittagsschlafzeit in den kalten Flur auf einen Stuhl setzen und dann, wenn die anderen wieder aufstehen durften, sich allein ins Bett legen, während alle anderen Kinder spielten oder einen Geburtstag feierten.)- bestraft wurde.
    Auch der Essenszwang, wie in vorherigen Berichten beschrieben war hier an der Tagesordnung.
    Wenn man bei dem strengen Haltungsturnen nicht, ohne auch nur die geringste Zögerung mitmachte, wurde auf den Hintern geschlagen. Eine vertraute freundliche Person gab es, so weit ich mitbekommen habe für niemanden.
    Das waren die Zustände 1965, als ich 7J. alt war und auch noch 1967 als ich 9 J.
    -……..

    beste Grüße
    Andrea

  • anja sagt:

    Danke für Ihren kleinen Beitrag, ich möchte Sie alle unbedingt einmal zusammen einladen, bitte versuchen Sie sich noch an weitere Einzelheiten zu erinnern! Wann sind Sie „verschickt“ worden, wie lange mussten Sie dableiben, viele Einzelheiten braucht man, um es verständlich zu machen!

  • Angelika sagt:

    Hallo, ich wurde um das Jahr 1974 mit 6 oder 7 Jahren für sechs Wochen nach Bayerisch Gmain (Sonnleiten?)geschickt wegen chronischer Bronchitis. Kontakt zu den Eltern durfte man nur per (zensierter) Briefe haben, Besuche der Eltern waren verboten. Es war während der Grundschulzeit, dort fand aber keinerlei Unterricht statt. Ich erinnere mich an Eckenstehen, Kasernenhofton und „du bleibst sitzen, bis du aufgegessen hast“. Ich habe das bis heute nicht vergessen. Würde mich freuen von anderen Betroffenen zu hören.

  • Andrea sagt:

    Liebe Frau Röhl,

    die „Erholungszeit“ in Hude bei Oldenburg , Norddeutschland, dauerte mindestens 4 Wochen oder 6 Wochen von Mai- mitte Juni, während der Schulzeit. Für den Besuch zu einer weiterführenden Schule -Gymnasium oder Realschule reichten die Leistungen in der 4. Klasse dann nicht mehr aus, so das ich erst später an weiterführenden Schulen das Abitur gemacht habe.

  • Holger sagt:

    Liebe Anja Röhl,
    ich war von April bis Mai 1969 für sechs Wochen im Adolfinenheim auf Borkum. Ich war 9 Jahre alt, dünn und nervös, wurde darum zur Kur geschickt.
    Es war ein düsterer, bedrohlicher Bau auf einem Hügel. Wir waren mit 12 Jungen in einem Schlafsaal, wurden jeden Tag gezwungen, einen Mittagsschlaf zu machen. Wir mussten einmal unter Androhung von Gewalt eine Milchsuppe essen, die der Koch dämlicher weise gesalzen satt gezuckert hatte.
    Ein Junge meinem Zimmer wurde körperlich gezüchtigt. Die Betreuerin schlug ihm mit einem Holzlatschen auf den nackten Po. Von weiterer Gewalt hatte ich nur während meines Aufenthalts gehört.
    Ich lernte dort allerdings, wie ich meine Schuhe putze.
    Jahre später sah ich das Adolfinenheim während einer Jungendfreizeit wieder. Dr Anblick gruselte mich.

Kommentar hinzufügen